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Wie weniger Arbeit zu besseren Ergebnissen führt
30. Aug. 2021
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Mehr und länger arbeiten bedeutet nicht, dass Sie auch effektiv arbeiten.

 

Der klassische 8-Stunden-Tag ist aus den meisten Berufen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. In fast allen Branchen wird nach diesem Muster gearbeitet, man spricht oft auch vom „9-to-5“ Job. Dabei haben Studien immer wieder nachgewiesen, dass weniger Arbeitszeit zu genauso guten Ergebnissen führen kann und in einigen Fällen die Produktivität sogar steigert.

 

Aber warum halten wir an den alten Werten fest? Warum bieten nicht mehr Unternehmen in Deutschland und anderen westlichen Nationen kürzere Arbeitstage an? Darauf möchten wir mit diesem Artikel einmal näher eingehen.

 

Kulturelle Einflüsse bestimmen unser Bild von der Arbeit

In vielen westlichen Gesellschaften werden Überstunden positiv angesehen. Sie gelten als Sinnbild für Einsatz, Hingabe und Professionalität. Auch in anderen Regionen kann man solche Stigmata finden. In Japan ist es beispielsweise fast schon Pflicht, nach dem eigentlichen Ende der Arbeit noch weiterzumachen. Als Folge überarbeiten sich viele Arbeitnehmer. Sozialer Druck und Vorgesetzte sorgen dafür, dass Arbeitskräfte früher oder später komplett ausgebrannt sind – dann setzt oft Burnout ein.

 

Aber es geht auch anders. In vielen skandinavischen Ländern, beispielsweise Dänemark und Schweden, wurden die Arbeitszeiten in den vergangenen Jahren heruntergefahren. Dort ist es für Arbeitnehmer nicht unüblich, nur sechs Stunden täglich zu arbeiten. Die Unternehmen berichten von guten, produktiven Ergebnissen, und die Arbeitnehmer gelten allgemein als glücklich. Aus diesem Grund empfehlen Experten auch in Deutschland, unser Arbeitsmodell zu überdenken.

 

Weniger Arbeitszeit macht produktiver

Toyota hat in seinen Niederlassungen in Schweden bereits vor vielen Jahren einen 6-Stunden-Tag eingeführt. Das Ergebnis: Die Produktivität ist im Vergleich zum 8-Stunden-Tag nicht nur gleichgeblieben, sondern gar gestiegen! Für die Arbeitnehmer resultierte die Verkürzung der Arbeitszeit in gesteigerter Motivation und mehr Glück im Leben. Die Work-Life-Balance hat sich bei vielen Arbeitskräften verbessert und sorgt somit für glücklichere, produktivere Menschen.

 

Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Ergebnissen der Wissenschaft: Eine Studie aus Großbritannien kam zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer nur knapp drei Stunden pro Tag produktiv arbeiten kann. Zwar gibt es zweifelsohne auch Menschen, die länger effektiv sind – es gibt aber auch Beispiele, bei denen das Zeitfenster der Produktivität kleiner ist. Dieses Ergebnis steht im krassen Gegensatz zum 8-Stunden-Tag, den wir in Deutschland täglich durchleben.

 

Unproduktive Arbeitszeit ist verlorene Arbeitszeit

Wenn wir aber nur etwas weniger als die Hälfte unserer Arbeitszeit produktiv verbringen, dann stellt sich die Frage: Warum setzen so viele Unternehmen auf Arbeitszeiten von acht Stunden oder mehr? Verliert der Arbeitgeber dabei nicht sogar Arbeitszeit, die produktiv genutzt werden könnte?

 

Kurz gesagt: Ja.

 

Wenn Arbeitskräfte nicht produktiv arbeiten, leiden auch die Ergebnisse darunter. Als Arbeitgeber bezahlt man seine Angestellten somit für Zeit, in denen nur unterdurchschnittliche Leistungen abgeliefert werden können. Wie viel Arbeitszeit sowohl der Arbeitnehmer wie auch -geber als Folge der unproduktiven Zeit verlieren, möchten wir mit einem Beispiel erläutern:

 

Nehmen wir an, der normale Arbeitstag beträgt 8 Stunden. Von diesen acht Stunden sind wir nur 3 Stunden lang effektiv und produktiv. Eine Stunde kann abgezogen werden, da diese meistens für Pausen genutzt wird, es bleiben also noch 7 Stunden übrig. Pro Arbeitstag verbringen wir also 4 Stunden, in denen wir nur unterdurchschnittliche Ergebnisse liefern können. Bei einer Wochenarbeitszeit von fünf Tagen ergibt das 20 Stunden unproduktiver Zeit pro Woche. Gehen wir nun von 20 Urlaubstagen im Jahr aus, die sich auf vier Arbeitswochen erstrecken (eine Arbeitswoche = 5 Werktage). Somit bleiben 48 Wochen im Jahr übrig, die wir auf der Arbeit verbringen. Rechnet man nun für jede diese Woche mit 20 Stunden ohne Produktivität, kommen wir auf 960 Stunden im Jahr, die wir unproduktiv arbeiten.

 

Diese Zahl ist sowohl für Arbeitnehmer wie auch -geber erschreckend. Für den Angestellten bedeutet es, dass man etwa 40 Tage im Jahr auf der Arbeit sitzt, ohne produktiv zu sein. Für den Arbeitgeber heißt das, dass er 40 Arbeitstage pro Jahr durch unproduktives Arbeiten seiner Angestellten verliert. Die Kosten, die so quasi aus dem Fenster geworfen werden, könnten jährlich zu einer unfassbaren Summe zusammenkommen.

 

Eine Kürzung der Arbeitszeit könnte nun also dazu führen, dass die Arbeitskräfte die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit erledigen können. Dieses Modell ist in einigen Ländern (wie bspw. Schweden) bereits Realität und viele Arbeitgeber berichten positiv über die Anpassung der Arbeitszeit. Auch Unternehmen melden, dass die Produktivität nicht zurückgegangen ist, sondern sich in einigen Fällen sogar gesteigert hat.

 

Wen Sie nun aber Angst um Ihr Gehalt haben, können wir Sie beruhigen: Die Arbeitskräfte in Schweden verdienen nach wie vor so viel, wie vor der Umstellung auf einen 6-Stunden-Tag. Dazu hat der Arbeitgeber den Stundenlohn an die neue Arbeitszeit angepasst. Das macht durchaus Sinn: Zwar sind die Arbeitnehmer kürzer auf der Arbeit, leisten aber gleichwertige oder sogar besser Arbeit.

 

Ein Umdenken ist nötig

Obwohl also die Wissenschaft und Studien aus der Praxis belegen, dass kürzere Arbeitstage besser für Unternehmen und Arbeitskräfte sind, tut sich hierzulande nicht viel in diese Richtung. Stattdessen wird über längere Arbeitstage, Boni für Überstunden und ein höheres Renteneinstiegsalter diskutiert.

 

Längere Arbeitszeiten sind in Deutschland bereits oft Realität. Im Rahmen der Corona-Pandemie lockerte die Bundesregierung das Arbeitsschutzgesetz auf, um 12-Stunden-Tage für bestimmte Branchen zu ermöglichen. Dabei führt mehr Arbeit nicht zu einer besseren Produktivität, sondern oft zu psychischen Erkrankungen (Burnout) sowie einer schlechten Work-Life-Balance.

 

Es sollte also die Frage gestellt werden, ob mehr Arbeit wirklich bessere Ergebnisse erzielt. Alle Fakten und Untersuchungen zu dem Thema deuten auf das Gegenteil hin.

 

Zusammenfassung

Das Credo „mehr Arbeiten = mehr Ergebnisse“ klingt in der Theorie gut. In der Praxis geht diese Rechnung aber nicht auf. Menschen sind nicht unendlich produktiv, sondern büßen ab einem bestimmten Punkt Produktivität ein. Zwar liegt dieser Punkt bei jedem Menschen woanders, klar ist aber: Nur die wenigsten Menschen können über acht Stunden lang produktiv sein.

Aus diesem Grund muss in Deutschland ein klares Umdenken stattfinden. Während Arbeitskräfte in langen Arbeitstagen gefangen sind und Arbeit und Privatleben kaum noch abgestimmt werden können, verlieren Arbeitgeber wertvolle Arbeitszeit und verschwenden dabei Geld. Daher sollte in unserer Gesellschaft der Status quo hinterfragt werden, ob 8-Stunden-Tage wirklich der perfekte Weg zur produktiven Arbeit sind.

 

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