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Welcher Zusammenhang besteht zwischen Diabetes und Rückenschmerzen?
14. Jan. 2022
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Wenn man von gesundheitlichen Folgen einer unbehandelten Diabeteserkrankung spricht, werden oft Geschwüre in den Füßen und Beinen und beschädigte Blutgefäße im Augenhintergrund, welche bis hin zur Erblindung führen können, genannt. Man hat in den letzten Jahren jedoch festgestellt, dass auch chronische Rückenschmerzen mit Diabetes in Zusammenhang gebracht werden können.  

 

Dies kommt vor allem auch daher, dass viele Menschen, welche an einer unerkannten Diabeteserkrankung leiden, Übergewicht haben. Dies ist sehr oft die Ursache für beide Beschwerden.  

 

Diabetes ist ein Risikofaktor für Rückenschmerzen 

Menschen mit Diabetes haben ein bis 35 % höheres Risiko für Rückenbeschwerden und bis zu 34 % häufiger Nackenschmerzen als gesunde Personen. Das damit verbundene Ungleichgewicht von Blutzucker, Insulin und freien Radikalen können die Bandscheiben zusätzlich belasten.  

 

Freie Radikale beziehen sich auf instabile Atome, welche die Zellen schädigen und zur Alterung des Körpers beitragen. Antioxidantien wie Vitamin E helfen dabei, freie Radikale zu stabilisieren und Schäden vorzubeugen. Wenn die Zahl der freien Radikale den Antioxidantien überlegen ist, werden die Zellen überlastet und es entwickelt sich der sogenannte oxidative Stress. 

 

Diabetes ist mit einem hohen Zuckerspiegel von Glukose und Sorbit verbunden. Ein zu hoher Blutzucker verändert die Zellstruktur, was besonders die Bandscheiben betreffen kann.  Daraus lässt sich folgern, dass sich die natürliche Alterung der Bandscheibe aufgrund dieser zellulären Veränderungen beschleunigt wird. 

 

Ein hoher Insulinspiegel im Blut, welcher am häufigsten bei Typ-2-Diabetes vorkommt, führen zu einer leichten Veränderung der Proteinmoleküle, die an Kohlenhydratketten gebunden sind. Überschüssiges Insulin kann somit zusätzlich die Bandscheiben angreifen, da sich der Wassergehalt und damit deren Flexibilität, Form und Funktion verändert. Dies führt zu einer schnelleren Degeneration der Bandscheibe.  

 

Untersuchungen ergaben zudem, dass ein hoher Glukosespiegel zu oxidativem Stress führt, der auftritt, wenn die Anzahl der freien Radikale die Zahl der Antioxidantien überwiegt. Oxidativer Stress führt zu geschädigten Zellen im inneren Ring der Bandscheibe, was zu einer beschleunigten Alterung der Bandscheibe beiträgt. 

 

Diabetes und chronische Rückenschmerzen 

In einer Studie des Robert-Koch-Institutes mit Diabeteserkrankten wurden Vergleiche in drei Kategorien angestellt: Diabetes mit oder ohne chronische Rückenschmerzen und operativer Eingriff bei chronischen Kreuzschmerzen. 

 

Es wurde festgestellt, dass mehrere Variablen mit der Entwicklung chronischer Rückenschmerzen oder einer Wirbelsäulenoperation in Verbindung stehen, wie Erkrankungen des Nervensystems, diabetesbedingter Veränderung der Augennetzhaut, Insulinkonsum und ein zu hoher Body-Mass-Index. 

 

Die Patienten, die wegen Wirbelsäulenerkrankungen im Zusammenhang mit chronischen Kreuzschmerzen operiert wurden, zeigten tendenziell stärkere Indikatoren für eine Diabeteserkrankung als diejenigen, die keine chirurgische Behandlung benötigten. Mit jedem Jahr, das vergeht, ohne dass eine Zuckererkrankung behandelt wird, steigt das Risiko, chronische Rückenschmerzen zu entwickeln. 

 

Dies bedeutet, dass Rückenerkrankungen, welche bei einem Menschen ohne Diabetes keinem operativen Eingriff benötigen, bei Personen mit einer über lange Zeit nicht behandelten Zuckererkrankung mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit operativ behandelt werden müssen. 

 

Arten von Rückenproblemen im Zusammenhang mit Diabetes 

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der das Risiko von Komplikationen in mehreren Organen wie Herz, Nieren und Augen sowie Komplikationen in mehreren Bindegeweben wie Knochen, Knorpel und Nerven besteht. Es gibt viele Arten von Bindegeweben in der Wirbelsäule, die durch Diabetes beeinträchtigt werden können. Die häufigsten Rückenprobleme, welche einen Zusammenhang mit Diabetes zeigen, sind:  

 

1. Bandscheibendegeneration der Lendenwirbelsäule 

Bei einer Bandscheibendegeneration nutzen sich die Bandscheiben insbesondere im unteren Rückenbereich erheblich ab. Menschen, die mehr als zehn Jahre mit Diabetes leben, haben eine höhere Gefahr, eine schmerzhafte Bandscheibendegeneration in der Lendenwirbelsäule zu entwickeln. Bleibt die Diabeteserkrankung für eine lange Zeit unbehandelt, erhöht sich dieses Risiko sogar noch sehr viel mehr.  

 

2. Spinalkanalstenose 

Spinalkanalstenose ist eine Verengung der knöchernen Öffnungen der Wirbelsäule, wodurch weniger Platz für die austretenden Spinalnerven vorhanden ist. 

 

Eine Zuckerkrankheit kann mit der Entwicklung einer Spinalkanalstenose insbesondere im Lendenbereich der Wirbelsäule einhergehen. Bei bis zu 25 % der Patienten mit lumbaler Spinalkanalstenose wurde einer Untersuchung zufolge Diabetes und/oder Bluthochdruck festgestellt. Eine andere Studie ergab, dass dieser Zusammenhang bei Frauen stärker ausgeprägt sein kann. Bei etwa 36 % der weiblichen Betroffenen einer lumbalen Spinalkanalstenose wurde Diabetes festgestellt. 

 

3. Wirbelosteomyelitis 

Vertebrale Osteomyelitis wird üblicherweise durch eine bakterielle Infektion verursacht, die im Wirbelknochen beginnt und sich auf die Bandscheibe ausbreiten kann. 

 

Diabetes erhöht die Anfälligkeit für Infektionen und vertebrale Osteomyelitis. Beispielsweise kann ein infiziertes Geschwür am Fuß eines Diabetikers von Schmerzen im unteren Rücken und Fieber begleitet sein.  

 

4. Spinale Epiduralanästhesie 

Spinaler epiduraler Abszess bezieht sich auf eine seltene Infektion, die im Bereich zwischen den Wirbelknochen und der Membran des Rückenmarks beginnen kann. 

 

Da Diabetes das Infektionsrisiko erhöht, ist auch das Risiko eines epiduralen Abszesses größer. Diabetesbedingte Faktoren wie Fettleibigkeit und Bluthochdruck tragen zu dieser Gefahr noch zusätzlich bei. 

 

5. Wirbelfraktur durch Osteoporose 

Bei einer Wirbelfraktur im Zusammenhang mit Osteoporose spricht man von einer sogenannten Kompressionsfraktur. 

 

Diabetes kann die Menge an Mineralien im Skelett verändern, wodurch die Knochen brüchiger werden und die Gefahr einer Fraktur erhöht wird. Während dieses Risiko bei einer behandelten Diabeteserkrankung geringer ist, können bestimmte blutzuckersenkende Medikamente wie Insulin, Sulfonylharnstoffe oder Thiazolidinedione eine verminderte Knochendichte jedoch hervorrufen.  

 

6. Geschädigte Nerven 

Neuropathie bezieht sich auf eine Art von Schmerz oder eine Schwäche, die von geschädigten Nerven ausgeht. Die Ursachen für eine solche Nervenschädigung können Verletzungen, Traumata, Infektionen oder Diabetes sein.  

 

Fast die Hälfte aller Menschen mit Diabetes leidet an einer diabetischen peripheren Neuropathie, während neuropathische Schmerzen nicht mehr als schätzungsweise 10 % der Allgemeinbevölkerung betreffen. Eine angemessene Behandlung des Blutzuckerspiegels ist die primäre Herangehensweise der diabetischen peripheren Neuropathie. 

 

Was kann man dagegen tun? 

Diabetes vom Typ 2 wird oft mit Übergewicht in Verbindung gebracht. Daher kann man durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung dem Risiko entgegenwirken.  

 

Wenn du einer sitzenden Beschäftigung nachgehst, hast du die Möglichkeit, einen Sitz-Steh-Tisch zu verwenden, welcher dir mehr Bewegung ermöglicht und du somit mehr Kalorien während deiner Tätigkeit verbrauchst. 

  

Wichtig ist zudem eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker und Fett und ausreichend Bewegung vor oder nach der Arbeit. Damit kannst du das Risiko von Diabetes und auch Rückenschmerzen erheblich senken.

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