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Was ist Tiny Living?
19. Apr. 2022
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Tiny Living ist ein Schlagwort, das immer häufiger zu finden ist. Menschen berichten in traditionellen Medien davon, sprechen darüber in Social Media, bauen Geschäftsmodelle darum herum auf und viele probieren es sogar selbst aus. In diesem Artikel möchten wir dir näher bringen, was genau Tiny Living ist, woher es kommt und welche Vor- beziehungsweise Nachteile es hat. Und wer weiß? Vielleicht möchtest du es sogar selbst einmal ausprobieren?

 

Definition

 

Aber zurück zum Anfang. Was genau bedeutet Tiny Living denn nun genau? Heute spricht man beim Tiny Living davon, “winzig zu leben”. Das bedeutet, man lebt in einem Tiny House (also Minihaus) oder in einer kleinen Wohnung, anstatt sich eine Mega-Villa zu bauen oder in riesigen Wohnungen zu leben. Die Definition eines Kleinhauses oder einer Kleinwohnung beschreibt Wohnungen und Häuser mit einer wohnlichen Nutzfläche zwischen 15 und 45 m². Diese kleine Quadratmeterzahl beherbergt dabei aber alles, was zum eigenständigen Leben nötig ist, von der Küche über ein Bad bis hin zum Schlaf- und Wohnbereich. Sie brauchen (wie ganz gewöhnliche Häuser und Wohnungen auch) einen Anschluss an die öffentliche Versorgung mit Wasser, Abwasser und Strom.

 

Das bedeutet der größte Unterschied zu “gewöhnlichem” Wohnen ist die Reduktion der verfügbaren Fläche. Diese Reduktion geht einher mit großem Umweltbewusstsein, weniger Konsum (weil wohin mit dem ganzen Zeug?) und der Reduktion auf das Wesentliche. Viele sehen den Trend des Tiny Living auch als Gegenentwurf zu dem übermäßigen Konsum früherer Generationen.

 

Von notwendigem Übel zu beliebtem Trend

 

Nun wissen wir, was Tiny Living ist. Aber woher kommt die Idee und wie wurde sie so beliebt? Der Trend kommt aus den USA und erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Die Idee des Tiny Living geht auf die USA der 1920er Jahre zurück, als lange Dürreperioden im Mittleren Westen viele Farmer und Rancher zwangen ihre Häuser und ihr Land zu verlassen. Sie hatten weder Geld noch fruchtbares Land um ihr Leben zu finanzieren, ein großes Haus war sowieso nicht drin. 

 

Daher kam schnell die Idee auf, für diese Elenden Mini Häuser anzubieten. Sie waren erschwinglich, aber dennoch mit dem Wichtigsten ausgestattet. Häufig wurden auch bereits vorhandene Stücke einfach umfunktioniert. So wurden insbesondere Trailer, ausrangierte Lastwägen oder alte Bahnwagons oder Wohnwagen umgebaut zu neuen Häusern, oder neuen Firmengebäuden wie alte Wagons die beispielsweise als Tankstellenhäuschen umfunktioniert und verwendet wurden.

 

Erneuten Aufschwung erlebte die Idee des Tiny Living im Zuge der Finanzkrise von 2008. Auch hier wurden viele Menschen insbesondere aus dem Mittelstand und weitere heillos überschuldete US-Bürger in Richtung Elend getrieben. Dies zwang viele Menschen in kleinere Wohnungen und Häuser, die sie sich leisten konnten.

 

Die Idee dahinter ist einfach: Lieber ein winziges Häuschen als keines und damit obdachlos sein.

 

Auch in Mitteleuropa ist dieser Trend langsam angekommen. Hier ist die Konnotation des Tiny Living jedoch deutlich weniger dramatisch. In Europa wird Tiny Living eher verbunden mit neuen Lebensentwürfen, einer Flucht vor dem Mietwahnsinn in vielen europäischen (Innen)Städten, und Influencern, die Smart und Tiny Living propagieren.

 

Wichtig ist zu beachten, dass dieser Trend sich bei Weitem nicht auf die Öko-Freaks und grüne Aktivisten, Verelendete, Aussteiger oder freiwillige Nomaden beschränkt. Es bietet viel mehr die Chance für jeden, der sich eine wesentliche Frage stellen möchte: “Was brauche ich im Leben wirklich?” 

 

Dementsprechend ist dieser Trend auch eine ganz klare Kampfansage gegen den übermäßigen Konsum unserer Gesellschaft. Stattdessen beginnen wir wieder, uns auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren und nicht mehr den Verführungen der Konsumgesellschaft zu verfallen.

 

Vorteile

 

Wer auf kleinerem Fuß gut leben kann, genießt viele Vorteile. Beispielsweise sind die Mietkosten für kleinere Wohnungen tendenziell deutlich geringer, inklusive der Betriebskosten.

 

Das Putzen geht viel schneller von statten, wenn nur 40 statt 300 m² sauber gemacht werden wollen. (Angemerkt sei hier, dass im Tiny House vielleicht öfter geputzt werden muss, siehe Nachteile). 

 

Im Tiny Haus hast du auch deutlich weniger Platz, was es dir deutlich leichter ermöglicht, dir wirklich Gedanken darüber zu machen, was du tatsächlich brauchst. Du hast im Tiny Haus schlicht und ergreifend nicht den Platz um X Vitrinen aufzustellen und viele Dinge zu besitzen, die keine Funktion erfüllen.

 

Andererseits machst du dir auch deutlich mehr Gedanken über den Konsum und wirst häufig sehr einfach feststellen, wie leicht du Geld sparen kannst, das du sonst für unnötigen Kram ausgegeben hättest.

 

Wenn du dir gerne Gedanken über die Einrichtung neuer Wohnungen machst, kann eine Kleinwohnung eine willkommene Herausforderung darstellen. Warum? Wie auch bei jeglichem Kram musst du dir bei Möbeln genau überlegen, welche Möbel du haben möchtest und was dir wichtig ist. Zusätzlich musst du darüber nachdenken, wie du die Farbgestaltung bestmöglich machen kannst, damit die Wohnung trotz der geringen Anzahl an Quadratmetern möglichst geräumig wirkt und nicht einengt.

 

Nachteile

 

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt, sodass auch beim Tiny Living einige Nachteile zu erwarten sind. Zum Beispiel sollte in jedem Fall beachtet werden, dass jeder Dreck (ob Schnee, Eis oder Schlamm) direkt in den Wohnbereich getragen wird, da kaum der Platz für Eingangsräume ist. Dadurch kann es nötig sein, deutlich häufiger zu putzen als das in Wohnungen oder Häusern mit eigenem Schmutzraum nötig ist.

 

Ähnlich ist es bei Haustieren, die natürlich ebenfalls ihre schmutzigen Pfotenabdrücke sofort im Wohnzimmer verteilen, bevor sie gereinigt werden konnten.

 

Es sei auch zu bedenken, dass Reduktion durchaus auch Verzicht bedeuten kann. Insbesondere die Stellplatzsuche beim Tiny House auf Rädern kann schwierig sein, aufgrund von baurechtlichen und wohnrechtlichen Beschränkungen.

 

Fazit

 

Für Personen die alleine leben oder sich auch zu zweit auf das Abenteuer einlassen wollen, ist Tiny Living ein wunderbarer Trend, der ganz einfach ausprobiert werden kann. Wenn du starten möchtest, kannst du dir zuerst eine kleine Wohnung mieten, damit du siehst, ob dir der Lebensstil zusagt und du vielleicht nicht sofort den riesigen Schritt in ein Haus auf Rädern wagen möchtest. 

 

Ansonsten ist dies natürlich auch eine wunderbare Idee und eine Möglichkeit dich selbst und deine tatsächlichen Bedürfnisse in einer Art kennen zu lernen, die du ansonsten selten bekommst. Hier bist du tatsächlich gezwungen zu überlegen, was du wirklich möchtest und brauchst. Probier es doch einfach aus!

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