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Was heißt Ergonomie?
10. Mar. 2022
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Ergonomische Arbeitsbedingungen sind menschliche Arbeitsbedingungen

Der Begriff Ergonomie kommt aus dem griechischen und besteht aus den Wörtern “ergon”, welches Arbeit bedeutet, und “nomos”, was so viel wie Regel oder Gesetz heißt. Es werden also Regeln für die Arbeit gesetzt. Dementsprechend wird in einer ergonomischen Umgebung nicht der Mensch in das Arbeitsumfeld gezwängt, sondern die Regeln gehen klar vom Menschen aus und passen sich an den Menschen an.


Wichtig sind ergonomische Ziele überall dort, wo der Mensch mit Maschinen oder Werkzeugen zu tun hat. Das gilt für Maschinen in der Produktion und Fahrzeuge genauso wie für Computer und Telefone. Bekannt wurde die Ergonomie durch eines ihrer auch heute noch größten Anwendungsgebiete: das Büro. Gerade hier hat der Mensch kaum Bewegung und sitzt teilweise in den ungesündesten Positionen, was total gegen die Natur des Menschen spricht. Wenn der Arbeitsplatz nicht an den Menschen angepasst ist, kann es also zu ernsthaften gesundheitlichen Schädigungen kommen, sodass nicht nur etwas Philosophisches hinter dem Begriff Ergonomie steckt. Gebiete, die im Büro davon betroffen sind, sind zum Beispiele die Wahl ergonomischer Stühle, aber auch die Höhe der Tische und die Einstellungsmöglichkeiten bei Computern.


Ergonomie ist dabei nicht immer so humanitär, wie es im ersten Moment klingt. Wenn Unternehmen Ergonomie nutzen, kann das durchaus auch aus humanitären Gründen passieren, allerdings wird natürlich auch der wirtschaftliche Erfolg verbessert, wenn die Qualität durch eine bessere Arbeitsatmosphere steigt. Durch ergonomische Büros wird nämlich die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesteigert und die Krankheitstage der Mitarbeiter durch zum Beispiel Kopf- oder Rückenschmerzen verringert. So oder so bringen allerdings beide Motivationen den gleichen Effekt: ein besseres und menschengerechteres Arbeitsumfeld, sodass Ergonomie nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für die Arbeitgeber von Vorteil ist.


Sind Arbeitgeber zu Ergonomie verpflichtet?

Der Unternehmer ist laut §2 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet dazu, Unfälle bei der Arbeit zu verhüten. Der ergonomische Arbeitsplatz ist somit ein Teil dieses Arbeitsschutzes, da gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz minimiert werden sollen.


Ergonomie kann man dabei in ganz vielen Aspekten sehen und geht deutlich über rückenfreundliche Stühle hinaus. Alles was auf den Menschen im Büro oder im Produktionsraum einwirkt, sei es Lärm, Farben, Klima oder Beleuchtung, kann auch ergonomisch gestaltet werden. 

Wenn alle auf den Menschen einwirkenden Faktoren ergonomisch gestaltet werden, erreicht man die höchstmögliche Zufriedenheit und die höchstmögliche Qualität und Quantität bei der Arbeit.


Diese Faktoren kann man im Büro ergonomisch gestalten

  • die Möbel

Das, worüber wohl die meisten Leute sprechen, wenn es um Ergonomie geht. Aber auch eine der wichtigsten Schrauben, an denen man etwas drehen kann. Das Büro kann noch so schallisoliert sein und angenehme Farben haben, wenn der Stuhl ungemütlich ist, gehen die Arbeitnehmer am Ende des Tages trotzdem mit Rückenschmerzen und schlechter Laune aus dem Büro.


  • den Lärm

Ein weiterer Faktor, der besonders auf der körperlichen Ebene gefährdet, wenn man ihn nicht angeht. Dabei wirkt nicht nur der Lärm auf die Arbeitnehmer ein, sondern auch Vibrationen. Besonders dann, wenn die Intensität des Lärms hoch ist oder der Lärm lange andauert, stört das bei der Konzentration und kann zu Folgen wie Schwerhörigkeit führen.

Vibrationen können demhingegen, wenn sie von den Arbeitsgeräten kommen, langfristig zu Problemen mit Gelenken, Gefäßen und Knochen führen. Das liegt daran, dass sich die Schwingungen natürlich auf den menschlichen Körper übertragen, dessen Anatomie aber gar nicht dafür gemacht ist, dies langfristig auszuhalten. Diese Faktoren treten vor allem eher in Produktionsstätten als in Büros auf, beispielsweise, wenn mit Sägen oder Fahrzeugen gearbeitet wird.

Meist ist es nötig, dass ein fachkundiger Experte den Zustand und die Belastungen überprüfen muss, da eine Vielzahl an Faktoren in die Beurteilung miteinspielen.


  • die Beleuchtung

Licht kann sowohl das Wohlbefinden der Arbeitnehmer beeinflussen, aber auch die Arbeitssicherheit und die Sehleistung kann von der Beleuchtung Einflüsse erfahren. Bei zu heller oder zu dunkler Beleuchtung können Gefahrensituationen nicht rechtzeitig erkannt werden und Unfälle werden wahrscheinlicher. Zu dunkles Licht führt außerdem zu Ermüdung. Dabei gibt es für bestimmte Leistungen, die erbracht werden sollen, bestimmte Richtwerte, die das Minimum definieren. Beim Schreiben im Büro sind das zum Beispiel 500 Lux. Andere Werte können ganz einfach recherchiert werden.


  • das Klima

Dieser Punkt lässt sich schwerer für die Allgemeinheit der Arbeitnehmenden festlegen, da sehr viele Faktoren auf das richtige Klima einwirken. Das sind zum Beispiel Alter, Gewicht und Geschlecht, also Faktoren, die von den Individuen abhängen, aber auch Faktoren der Umgebung wie die Luftfeuchtigkeit und die Geschwindigkeit der Luft. Dieser Faktor ist allerdings ebenfalls besonders wichtig für das Wohlbefinden und damit die Produktivität der Arbeitnehmer, denn wem kalt ist, der arbeitet meist auch langsamer. Gleichzeitig lässt sich dies aber auch auf Hitze übertragen: Wenn die Mitarbeiter auch im höchsten Sommer noch mit vollständigem Anzug kommen müssen, obwohl keine Klimaanlage existiert oder wenn in der Produktion zusätzlich noch die Hitze der Maschinen ungehindert zu noch mehr Wärme beisteuert, dann ist auch hier eine Änderung fällig.


  • die Gestaltung der Farben

Auch wenn es ein bisschen emotionalisiert klingt, Farben wirken sich tatsächlich auf unser Unterbewusstsein aus und können positive und auch negative Emotionen hervorbringen. Daher ist es sinnvoll, das Büro nicht einfach in einer Farbe zu streichen, die man schön findet, sondern die Farbtheorien im Hinterkopf zu behalten. Hier haben wir Empfehlungen für Büros zusammengefasst:

-Dunkle Farben erdrücken, während helle Farben freundlich und leicht wirken. Das liegt daran, dass helle Farben mehr Licht zurückwerfen.

-Wenn die Arbeit monoton ist, können buntere Farben an wichtigen Stellen das ganze aufregender gestalten.

-Wenn die Arbeit anstrengend ist, sollte hingegen zu viel Aufregung im Farbbild vermieden werden.

-Wichtige Türen, Griffe oder Schubladen können farblich hervorgehoben werden.

-Oberflächen lieber matt als glänzend gestalten, das irritiert sonst schnell.

-Zu viele Blickfänge am Arbeitsplatz überfordern ebenfalls, die Richtlinie liegt bei maximal fünf Blickfängen.

 

Versetz dich in die Lage des Gegenparts

Als Arbeitnehmer ist es wichtig, immer wieder Feedback zu äußern, wenn etwas in dem Arbeitsumfeld stört. Ein guter Arbeitgeber bekommt natürlich auch nicht immer alle Kritikpunkte mit, wenn ihm die nicht direkt gesagt werden, allerdings wird er oder sie wahrscheinlich Änderungen vornehmen, sobald die Kritik bekannt ist.

Als Arbeitgeber ist es ebenfalls wichtig Feedback zu erfragen, allerdings kann man auch alleine schon gut den Ist-Zustand analysieren und Dinge, die optimiert werden können, herausfinden. Ein ebenfalls hilfreicher Tipp ist, sich in die Lage der Arbeitnehmer zu versetzen und sich zu fragen, ob man selber in dieser Arbeitsumgebung arbeiten könnte. Lautet die Antwort “Nein” ist ganz klar: Etwas muss sich ändern.


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