Schon wieder Mittag, und Sie sind kaum vom Schreibtisch aufgestanden? Mit einem Walking Pad könnten Sie während der nächsten Besprechung einige Schritte sammeln. Klingt praktisch. Doch gelingt das auch beim Schreiben einer E-Mail oder beim Bearbeiten einer Tabelle? Ob beides zusammenpasst, hängt vor allem davon ab, wie Sie es angehen.
Was ein Walking Pad am Arbeitsplatz verändert
Ein Walking Pad ist ein kompaktes Laufband, auf dem Sie unter einem höhenverstellbaren Schreibtisch langsam gehen. Ihre Hände bleiben für Tastatur und Maus frei. So kommt Bewegung in Arbeitsphasen, die Sie sonst sitzend verbringen würden.
Aufstehen allein erfüllt diesen Zweck nur teilweise. Es verändert die Haltung, erhöht den Energieverbrauch gegenüber dem Sitzen aber kaum. Beim Gehen bewegen sich die Beine regelmäßig, statt den Körper lediglich in einer Position zu halten.
Der Vorteil liegt im Alltag. Sie müssen keine zusätzliche Zeit freischaufeln, um sich etwas mehr zu bewegen. Langsames Gehen am Schreibtisch ersetzt jedoch keine Spaziergänge.
Gehen und konzentriert arbeiten – passt das zusammen?
Ja, allerdings eignet sich nicht jede Aufgabe gleichermaßen. Wer telefoniert, braucht weniger feinmotorische Präzision als jemand, der in einer Tabelle einzelne Zellen anklickt.
Eine Laborstudie mit zwölf Teilnehmenden untersuchte fünf Bürotätigkeiten an verschiedenen Arbeitsstationen, darunter Laufbandarbeitsplätze. Obwohl die Teilnehmenden ihre Leistung beim bewegten Arbeiten schlechter einschätzten, zeigten die Messungen überwiegend keine statistisch bedeutsamen Unterschiede. Eine Ausnahme waren Aufgaben mit der PC-Maus. Hier fiel die Leistung schlechter aus.
Die kleine Untersuchung liefert einen Anhaltspunkt, garantiert aber keine unveränderte Produktivität im Arbeitsalltag. Zum Ausprobieren hilft folgende Orientierung.
| Tätigkeit | Worauf Sie achten sollten |
| Telefonieren und Webinare verfolgen | Als erste Aufgabe beim langsamen Gehen ausprobieren |
| Lesen und kurze E-Mails schreiben | Tempo so wählen, dass Blick und Hände ruhig bleiben |
| Längere Texte und komplexe Berechnungen | Prüfen, ob die Bewegung den Gedankengang stört |
| Bildbearbeitung und präzise Mausarbeit | Bei nachlassender Genauigkeit das Band anhalten |
Entscheidend ist Ihre tatsächliche Arbeit. Wenn Sie ständig nachkorrigieren müssen oder den Faden verlieren, passt die Gehphase gerade nicht zur Aufgabe.
Welches Tempo und welche Dauer passen zum Einstieg?
Beginnen Sie so langsam, dass Sie sicher und entspannt gehen können. Eine feste Geschwindigkeit passt nicht für alle. Auch fünf bis zehn Minuten sind zunächst ein sinnvoller Testzeitraum, kein Pflichtprogramm.
- Erst das Gerät kennenlernen. Machen Sie sich nach der Bedienungsanleitung mit Start, Stopp und Geschwindigkeitsregelung vertraut, bevor Sie nebenbei arbeiten.
- Ohne Ablenkung beginnen. Wählen Sie eine niedrige Stufe und gewöhnen Sie sich zunächst an die Bewegung des Bandes.
- Eine einfache Aufgabe hinzunehmen. Probieren Sie beispielsweise ein kurzes Telefonat aus, sobald Sie sich beim Gehen sicher fühlen.
- Die Dauer behutsam ausbauen. Verlängern Sie angenehme Gehphasen nach und nach. Schneller müssen Sie dafür nicht werden.
Wie viel dabei zusammenkommt? Bei 2 km/h legen Sie in 30 Minuten einen Kilometer zurück. Diese halbe Stunde lässt sich auch auf drei zehnminütige Einheiten verteilen. Die Schrittzahl hängt dabei von Ihrer individuellen Schrittlänge ab.
So richten Sie Ihren Geh-Arbeitsplatz passend ein
Auf dem Walking Pad stehen Sie höher als auf dem Fußboden. Ihre bisherige Tischhöhe fürs Arbeiten im Stehen passt deshalb meist nicht mehr. Prüfen Sie die Einstellung auf dem stillstehenden Band, bevor Sie losgehen.
- Tischhöhe anpassen. Die Schultern bleiben locker, die Ellenbogen bilden ungefähr einen Winkel von 90 bis 100 Grad. Der Schreibtisch muss dafür ausreichend hoch fahren können.
- Maus und Tastatur heranholen. Halten Sie die Handgelenke möglichst gerade. Ein Teil der Unterarme liegt auf der Tischplatte auf, ohne Ihren Oberkörper nach vorn zu ziehen.
- Bildschirm ausrichten. Etwa 45 bis 80 Zentimeter Sehabstand dienen als Orientierung, bei großen Monitoren gegebenenfalls mehr. Die oberste Textzeile liegt höchstens auf Augenhöhe.
- Laptop erhöht aufstellen. Mit separater Tastatur und Maus können Sie Bildschirm und Eingabegeräte unabhängig voneinander positionieren.
- Bewegungsbereich freihalten. Kabel dürfen nicht zur Stolperfalle werden. Beachten Sie auch die Sicherheitsabstände aus der Bedienungsanleitung, besonders hinter dem Laufband.
Passt ein Walking Pad in Ihr Homeoffice?
Nach der Gehphase soll der Bürostuhl wieder an seinen Platz. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, wo das Laufband währenddessen bleibt. Gerade im kleinen Arbeitszimmer zählt, ob es sich ohne großes Möbelrücken verstauen lässt.
Das FlexiSpot PortaGo lässt sich dank seiner 180°-Klappfunktion auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe zusammenklappen. Es wiegt 18,5 Kilogramm. Wenn Sie es regelmäßig umstellen möchten, sollten Sie dieses Gewicht berücksichtigen. Messen Sie auch die Bodenfreiheit unter Ihrem Sofa, bevor Sie diesen Stauraum einplanen.
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Der Laufgurt ist 41 Zentimeter breit, die maximale Belastbarkeit beträgt 120 Kilogramm. Prüfen Sie zusätzlich, ob die gesamten Geräteabmessungen zwischen die Tischbeine passen.
Für die Geräuschkulisse ist neben dem bürstenlosen Motor auch Ihr Auftreten entscheidend. Schritte und Vibrationen können sich auf den Boden übertragen. Testen Sie deshalb bei einem kurzen Anruf, was Ihr Gegenüber hört. In hellhörigen Wohnungen lohnt sich außerdem eine Rückfrage bei den Nachbarn unter Ihnen.
Diese Fehler machen das Arbeiten unnötig schwer
Mit etwas Routine gerät die Bedienung schnell in den Hintergrund. Gerade dann lohnt es sich, auf diese Gewohnheiten zu achten.
- Schrittziele erzwingen. Beenden Sie die Gehphase bei Müdigkeit oder Unwohlsein, auch wenn auf dem Zähler noch Schritte fehlen.
- Nebenbei abspringen. Es klingelt an der Tür? Lassen Sie das Band vollständig anhalten, bevor Sie absteigen.
- Die Fernbedienung verlegen. Lassen Sie die Steuerung griffbereit liegen, damit Sie jederzeit stoppen können, ohne danach suchen zu müssen.
- Pausen durcharbeiten. Auch beim Gehen bleiben Ihre Augen am Bildschirm und Ihre Gedanken bei der Arbeit. Gönnen Sie sich weiterhin echte Unterbrechungen abseits des Schreibtischs.
Für wen sich ein Walking Pad wirklich lohnt
Ein Walking Pad passt besonders zu Ihnen, wenn Sie viel am Schreibtisch sitzen und regelmäßig Aufgaben ohne ständige Präzisionsarbeit erledigen. Ob sich die Anschaffung lohnt, entscheidet sich jedoch im Gebrauch. Lässt sich das Gerät unkompliziert aufstellen und nutzen, stehen die Chancen auf eine feste Gewohnheit besser.
Probieren Sie nach Möglichkeit vor dem Kauf eine typische Arbeitsaufgabe darauf aus. So merken Sie, ob Ihnen die Kombination liegt und welche Arbeitsphasen dafür infrage kommen.


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