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So kannst du Perfektionismus überwinden
25. Feb. 2022
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Einige der größten Philosophen aller Zeiten haben uns vor Perfektionismus gewarnt. „Das Perfekte ist der Feind des Guten“, schrieb Voltaire. Doch auch wenn es genügen sollte, „gut genug“ zu sein, tappen wir alle manchmal in die Falle des Perfektionismus. Besonders am Arbeitsplatz versuchen wir oft wettbewerbsfähig zu bleiben, indem wir alles perfekt machen möchten. Denn schließlich ist es das Letzte, was man möchte, dass man als schlampig gilt oder jemand denken könnte, man gebe sich keine Mühe.

 

Doch genau darin liegt die Gefahr. Je mehr man dem Perfektionismus nachjagt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man gestresst wird, wenn es nicht so läuft, wie man es möchte. Wie findet man also die goldene Mitte und überwindet den Perfektionismus und fühlt sich noch immer gut dabei?


Perfektionismus vs. gut genug

Perfektionismus zu überwinden bedeutet nicht, besser zu werden in dem, was man tut. Doch wenn du dich stets darauf konzentrierst, allerweil alles perfekt zu machen, wird sich dies auf andere Aspekte in deinem Leben auswirken. Dies zu erkennen ist dennoch nicht immer leicht. 


Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der wir jederzeit Höchstleistungen bringen und die Besten sein müssen. Schließlich werden wir dafür stets belohnt. So bekommen Studenten, die die besten Noten haben, ein bis zu 20 % höheres Einstiegsgehalt, Arbeitnehmer im Verkauf bekommen höhere Boni ausbezahlt und „Mitarbeiter des Monats“ erhalten eine besondere Anerkennung. 


3 Gründe, warum wir Perfektionisten werden

Es gibt drei verschiedene Kategorien von Perfektionismus, für die wir anfällig sind:

  • Selbstorientierter Perfektionismus
    Unser innerer Wunsch, perfekt zu sein

  • Gesellschaftlich verordneter Perfektionismus
    Der Wunsch, den Erwartungen anderer gerecht zu werden und dadurch Anerkennung zu erhalten.

  • Fremdorientierter Perfektionismus
    Wenn andere an uns unrealistische Erwartungen haben.


Am Arbeitsplatz fallen wir am ehesten den ersten beiden zum Opfer. Wir wollen „perfekt“ sein, um unseren Chefs und Kollegen zu zeigen, dass wir kompetent. Gleichzeitig stellen uns Vorgesetzte nicht selten, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, unrealistische Erwartungen an uns.


Wenn man dann die ganzen Ablenkungen, das Multitasking und Unterbrechungen durch E-Mail und Nachrichten hinzuzählt, wird es ernst: Wir haben weniger Zeit für eine produktive Arbeit, aber höhere Leistungserwartungen.


So kannst du in drei Schritten den Perfektionismus überwinden

Also, was machen wir? Die Lösung ist nicht, einfach schlampig und faul bei der Arbeit zu sein, sondern nach der goldenen Mitte zu suchen. Wir müssen lernen, dass wir die Schwelle zum „Perfekten“ nicht übertreten, wo wir wissen, dass wir mehr tun könnten, aber dass die Ergebnisse nicht den Anstrengungen entsprechen würden, die erforderlich sind, um dorthin zu gelangen.


Um diesen Punkt zu finden, müssen wir zwei spezifische Probleme angehen.


Zuerst muss der innere Perfektionist zum Schweigen gebracht werden. Als Nächstes müssen wir Wege finden, um unseren Vorgesetzten und Mitarbeitern angemessen klarzumachen, was realistische und vernünftige Erwartungen sind.


Schauen wir uns ein paar Strategien an, um mit beiden umzugehen:


1. Finde die Lücke zwischen deinen Standards und der Realität

Beginnen wir damit, unseren eigenen inneren Perfektionisten zum Schweigen zu bringen. Das Problem der meisten Perfektionisten ist, dass sie der Meinung sind, dass das, was sie tun, richtig ist. Die kleine Stimme in ihrem Kopf sagt ihnen, dass ihre Standards realistisch sind.


Schlimmer noch, diese unrealistischen Erwartungen werden oft durch unsere eigenen Handlungen verstärkt. Zu wissen, dass deine Standards aus dem Gleichgewicht geraten sind, ist die halbe Miete.


Was wäre, wenn du einen bestimmten Standard lockerst oder eine „Regel“, die du dir selbst aufgestellt hast, ignorierst? Welche Vorteile hätte es?


Für die meisten Perfektionisten ergibt diese Aussage keinen Sinn. Natürlich ist alles, was sie tun, wichtig und notwendig. Warum sollte man es anders machen?


Dieses Argument macht jedoch keinen Sinn mehr, wenn man sich das Ganze genauer ansieht. Du kannst hierfür eine simple Rechnung aufstellen, indem du das Pareto-Prinzip anwendest. Es besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Aufwands erzielt werden. Mit anderen Worten, all deine Bemühungen folgen dem Gesetz des abnehmenden Ertrags. In den meisten Fällen sparst du Zeit, Mühe und Stress, wenn du deine Standards ein wenig lockerst.


2. Bring deinen inneren Perfektionisten zum Schweigen, indem du wie ein Sportler denkst

Jetzt, da deine Standards ein wenig mehr im Zaum gehalten werden, wollen wir uns mit dem tiefer sitzenden Problem des Perfektionismus beschäftigen: der Angst vor dem Scheitern.


Unser Job ist in vieler Hinsicht zu seinem solch großen Teil unserer Identität geworden, dass es schier unmöglich zu sein scheint, nicht erfolgreich zu sein. Daher nehmen wir in Kauf, dass wir tagein, tagaus etwas tun, was wir nicht lieben, bloß um Anerkennung zu erhalten. Und dorthin gelangen wir nur, wenn wir „perfekt“ sind, nicht wahr?


Nun, in einigen Fällen kann dieser Drang nach Perfektionismus positiv sein. Doch nicht selten stehen wir uns damit selbst im Weg. Sehen wir uns genauer an, wie ein Hochleistungssportler trainiert. Er übt etwas intensiv und so lange, wiederholt es immer wieder, bis auch das letzte Detail seiner Fähigkeiten verfeinert wurde. Dabei gibt es Rückschläge und Misserfolge, doch diese bieten ihm lediglich die Möglichkeit, zu lernen, über seine Ansätze nachzudenken und Anpassungen vorzunehmen.


Warum ist es bei der Arbeit für viele anders? Es scheint, dass wir nichts falsch machen dürfen, also wie sollen wir lernen? Stattdessen sehen wir Misserfolge oder zu wenig Erfolg als Versagen an und wir fühlen uns schlecht. Während der Athlet aufsteht, den Staub von seinem Hosenboden abklopft und es einfach wieder versucht, denken wir, dass wir versagt haben. 


Tatsächlich ist es jedoch so, dass diejenigen, die im Job Erfolg haben, sehr wohl einige Misserfolge hinnehmen mussten, welche sie analysierten, Veränderungen und Anpassungen vornahmen und es noch einmal versuchten. Es gibt niemanden, der auf Anhieb nach oben schießt. 


Perfektionisten müssen also das Scheitern als einen Ausgangspunkt für das Lernen sehen und einen Meilenstein zum Erfolg. Brich aus dem Bedürfnis nach Perfektion aus und du wirst beginnen zu verstehen, dass jeder Fehler ein Schritt zu etwas Besserem ist.


3. Lerne mit dem Ungewissen umzugehen

Perfektionisten sehen eine Welt voller Probleme, für die sie die Lösung haben müssen. Somit sind sie im Grunde Pessimisten. Sobald ein Perfektionist einer unerwarteten Situation gegenübersteht, bricht Panik aus.


Zudem sind Perfektionisten Kontrollfreaks. Sie können nur dann alles „perfekt“ machen, wenn sie stets die absolute Kontrolle über alles und jeden haben. Sobald sie diese verlieren, stehen sie unter einem enormen Stress und wissen nicht mehr weiter. Damit geht dann das Gefühl mit einher, unfähig zu sein und versagt zu haben.


Doch statt immer alles genau kontrollieren zu wollen, muss man sich das Recht dazu geben, auch mal etwas nicht unter Kontrolle zu haben, etwas nicht zu können oder zu wissen. Es geht nicht darum, immer recht zu haben. Doch Perfektionisten sehen dies als eine Bedrohung an. 


Dem kann man entgehen, indem man sich ein Worst-Case-Szenario vorstellt. Mit dieser Übung kann man aufhören, sich selbst zu harte Erwartungen zu stellen. Stell dir vor, du schickst eine E-Mail an jemanden, ohne sie dreimal durchzulesen und immer wieder Verbesserungen durchzuführen, bis sie perfekt ist. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Ein Tippfehler? Eine nicht ganz perfekte Formulierung? Was wäre das Ergebnis daraus? Macht es am Ende wirklich einen Unterschied? Du wirst damit schnell erkennen, dass du dir sehr viel Arbeit ersparen kannst, ohne dass es eine Auswirkung auf deinen Erfolg hat.


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