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Selbstversorgung - sehr viel mehr als nur Unabhängigkeit
09. Jun. 2022
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Wir haben bereits einige Artikel zum Thema Selbstversorgung verfasst. Doch immer wieder kommt die Frage auf, ob es denn heute überhaupt möglich sein, unabhängig zu leben und dass diese alles nur eine Spinnerei sei. Dabei sollte man das Ganze ein wenig lockerer sehen und auch den psychologischen Aspekt betrachten. 

Wenn Du zum Thema Selbstversorgung online recherchierst, wirst du auf viele psychologische Artikel zum Thema stoßen, die nichts mit Garten und Viehhaltung zu tun haben. Aus psychologischer Sicht spricht man eher von „Selbstgenügsamkeit“. Es ist die Eigenschaft, sich sicher und zufrieden mit sich selbst zu fühlen, ein tief verwurzeltes Gefühl innerer Vollständigkeit und Stabilität.

Der mentale Ansatz, den man bei einem Selbstversorger-Lebensstil annimmt, ist entscheidend für den Erfolg. Während du den Übergang vollziehst, musst Du Dich möglicherweise vielen Problemen stellen: Ängste, Unsicherheiten, Unzulänglichkeiten oder Selbstzweifel.

Auf dieser Reise zur Stärkung deiner Ressourcen musst du zudem einen gestärkten Geist entwickeln. Das Streben nach Selbstgenügsamkeit wird Dich dazu zwingen, zu lernen, wenn du etwas nicht weißt, es zu versuchen, selbst wenn du keine Ahnung hast, wie es enden wird. Du musst deine inneren zweifelnden Stimmen auszuschalten und dich dafür zu entscheiden, keine Angst zu haben und an dich zu glauben.

Beende das Konzept der Verschwendung und sieh es als Ressource

In der Lage zu sein, etwas zu verschwenden, es in den Müll zu werfen oder wegzuspülen, womit man sich nicht befassen möchte, ist ein Privileg des Konsums, das sich diejenigen nehmen, die entschieden nicht nach Unabhängigkeit streben. In einem Nährstoffkreislauf eines autarken Lebensbereiches gibt es im Wesentlichen keinen Abfall. Alles ist ein Nährstoff, der nur in den nächsten Schritt des Prozesses gegeben werden muss. „Abfall“ zu verschwenden ist genau das: eine Verschwendung!

Wenn du dein gesamtes Essen selbst anbauest, wird die Idee, „Reste wegzuwerfen“, regelrecht zu einem Verbrechen. Betrachte alle ungenießbaren Essensreste und Mist als Dünger für deine Pflanzen in der Herstellung und führen es als solches weiter.

So wirst du wahrscheinlich Hühner haben, welche Gartenreste, verwelkte Pflanzen und ungenießbare Essensreste zu recyceln. Hühner sind fantastische Düngemittelfabriken! Alles, was deine Hühner nicht fressen können, kann auf den Kompost (wie Hühnerknochen aus der Brühe und die Obst- und Gemüseschalen, die für die Hühner giftig sind). Nach der sicheren Kompostierung gelangt alles zurück in den Garten oder Obstgarten und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Ist wahre Selbstversorgung tatsächlich möglich? 

Die klare Antwort lautet: Ja, es ist möglich. Doch die Frage ist auch die, ob es wirklich sein muss und wie viele Einschnitte du machen möchtest. Wenn du damit beginnst, über deine Idee zu sprechen, Selbstversorger zu werden, wirst du auf viele Kritiker treffen. Insbesondere, wenn du Kinder hast. Und das, obwohl Familien dies seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt tun. Sei kritisch bei dem, was du online liest. Wenn du „autark leben“ recherchierst oder „Selbstversorger“, wirst du Artikel finden, die versuchen, dich davon zu überzeugen, dass dies ein Wunschtraum ist, und jeder, der es versucht, sich selbst etwas vormacht.

Doch diese Artikel sind stereotype Essays, die eindeutig von Menschen verfasst wurden, die noch nicht einmal versucht haben, sich selbst zu versorgen. Andere schreiben über ein unabhängiges Leben, nur weil sie einen Gemüsegarten haben und ein paar Hühner und somit der Auffassung sind, dass es nicht möglich ist. Doch egal, welche Meinung es auch immer geben mag, bilde dir deine eigene und geh so weit, wie du dich dabei wohlfühlst und es dir Spaß macht. Letztlich geht es nämlich nur darum: wie du dich dabei fühlst. 

Was du ebenso oft antreffen wirst, ist, dass Selbstversorgung mit Armut gleichgestellt wird. Doch diese Menschen sollten dann einmal zu dir nach Hause kommen und ein Frühstück genießen. Sie werden ihre Meinung sehr schnell ändern. Zudem ist es so, dass Reichtum relativ ist. Was ist dir wichtig? Wenn du dich mit dem Thema Selbstversorgung beschäftigst, sind dir Konsumgüter bereits jetzt sicherlich nicht so wichtig. 

Die moderne Definition der Selbstversorgung im 21. Jahrhundert ist tatsächlich viel zu eng gefasst. Um zu vermeiden, sich den faulen Entscheidungen zu stellen, die sie getroffen haben (und sie abhängig zu machen), bestehen Kritiker pedantisch darauf, dass Selbstversorgung für den modernen Menschen unmöglich ist.

Die Wahrheit ist, dass Selbstversorgung ein Fortschritt und ein langer Prozess des Infrastrukturaufbaus, des Erwerbs von Fähigkeiten, des mentalen Paradigmenwechsels und der Priorisierung von Ressourcen ist. Für diejenigen von uns, die bei null anfangen, kann es ein Leben lang dauern. Aber wenn du damit beginnst, deine Unabhängigkeit von all den verschiedenen externen Systemen zu schmieden, die um deine Daten, Zeit und Ressourcen wetteifern, wirst du möglicherweise feststellen, dass die Selbstversorgung der Wirtschaft nicht sehr zugutekommt, oder dass du damit schlechter zu beeinflussen bist. Vielleicht gibt es deshalb so viele Online-Gegner.

Unabhängig zu sein besagt nicht, dass absolut alles, was du verwendest, nur aus deinen eigenen Händen stammen kann. Es bedeutet auch nicht, dass du ohne Weiteres überleben würdest, wenn man dich in der Wildnis aussetzt. Selbstversorgung bedeutet, dass du in der Lage bist, die notwendigen Lebensmittel und Gegenstände zu produzieren, die du zum Leben brauchst, dass du weißt, wie du sie wieder auffüllen kannst, und dass du nicht auf externe Inputs angewiesen bist, um deine Familie, dein Land und deine Tiere am Leben zu erhalten.

Dies heißt jedoch nicht, dass du nicht mit Freunden oder Nachbarn handeln oder tauschen kannst, technische Geräte verwendest, gusseiserne Pfannen benutzt, Schuhe trägst, die du kaufst, Eis essen gehst oder im Internet surfst. Der Punkt ist der, dass du im Notfall auch ohne auskommen könntest.

Selbstversorger zu sein, ist sehr viel mehr, als nur Unabhängigkeit zu wollen. Es ist ein Leben MIT der Natur, IN der Natur. Es ist die Zeit, die wir darin verbringen und dass man im Allgemeinen mehr Zeit dafür hat. Wer einen unabhängig(er)en Lebensstil führt, fühlt sich ganz und glücklich bei der Arbeit im Garten, auf dem Feld und mit den Tieren. Es ist harte Arbeit, aber diese macht einen nichts aus. Es ist so viel schöner und gibt sehr viel mehr, als 40 Stunden pro Woche oder mehr in einem Büro zu sitzen, mit Hunderten anderen im Supermarkt einkaufen zu müssen und von den Preisen dort abhängig zu sein. Autark zu leben hat nichts mit Isolation und Einsamkeit zu tun – im Gegenteil. Man trifft Gleichgesinnte, die ganz oder teilweise so leben oder leben möchten und findet so schnell Gemeinsamkeiten. Man tauscht, handelt und informiert sich gegenseitig. Es ist ein viel besseres Miteinander – sei es Mensch, Flora oder Fauna.

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