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Schritte zu einem autark(er)en Leben – Teil 2
10. Jun. 2022
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Im ersten Teil haben wir uns damit beschäftigt, was Selbstversorgung bedeutet und welche Aspekte dabei wichtig sind. Der beste Start ist, mit dem eigenen Anbau von Lebensmitteln zu beginnen. Dieses Thema hatten wir im Teil eins ausführlich besprochen. In diesem Teil möchten wir uns mit der Tierhaltung, Verarbeitung und Vorratsspeicherung und Wasserversorgung beschäftigen.

1. Züchte deine eigene Quelle für Protein und Dünger


Selbst wenn du Vegetarier bist, macht die Tierhaltung bei der Selbstversorgung absolut Sinn. Dies hat viele Gründe: Sei es wegen des Düngers für den Garten, der Resteverwertung oder aber auch, um zu tauschen. Verfolgst du nicht einen veganen, sondern nur vegetarischen Lebensstil, können dir Hühner dennoch eine wichtige Proteinquelle in Form von Eiern bieten. Ein weiterer Aspekt ist die Zucht, sodass du sogar Tiere tauschen oder verkaufen kannst.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, zu jagen. Doch nicht jeder verfügt über einen Jagdschein oder möchte nur von Vögeln und Wild leben. Zudem macht dich dies sehr abhängig von der Jahreszeit und dem Ort. Hast du deine eigenen Tiere, bist du diesbezüglich flexibler. Leider leben wir nicht mehr in einer Welt, in der sich noch jeder von der Jagd ernähren konnte.

Ob man sich langfristig ausschließlich von Obst und Gemüse ernähren kann, ist ein heißes Diskussionsthema. Sicherlich ist es möglich. Doch die Frage, die du dir stellen solltest, lautet eher: willst du diese Einschränkungen auf dich nehmen? Insbesondere als Vegetarier oder Veganer ist es eine sehr große Herausforderung, sich ausschließlich von den eigenen Nahrungsmitteln gesund zu ernähren.

Darüber hinaus ist der Mist von den gehaltenen Tieren ein hervorragender und kostenloser Dünger und somit eine wichtige Quelle für die Fruchtbarkeit des Gartens. Damit kann der Nährstoffkreislauf geschlossen werden.

Als Randbemerkung sei erwähnt, dass man auch allein mit Gemüsekompost eine gute Bodenfruchtbarkeit erreichen kann. Wenn man es richtig macht, braucht man dazu keinen Tierdung. Doch die Beziehung zwischen Vieh und Mensch sollte man ganz anders sehen. Sie sind auf einem Selbstversorgerhof ein sehr wichtiger und auch schöner Teil des Kreislaufs, ob sie nun gegessen werden oder nicht.

Finde heraus, welche Tiere du aufziehen kannst und willst und lerne, wie du auf eine gesunde und nachhaltige Weise füttern, unterbringen und züchten kannst. Egal, ob du Schafe, Fische, Ziegen, Hühner, Enten, Rinder oder Schweine hast, stell sicher, dass du einen Weg findest, alles zu verwenden, solltest du sie schlachten. Sodass nichts davon verschwendet wird.

Ein weiterer Aspekt ist zudem, dass du von deinem eigenen Anbau auch die Tiere ernähren kannst. Das Ziel soll schließlich sein, unabhängig zu sein. Denk dabei daran, dass ein Tausch oder Verkauf absolut nicht „verboten“ ist, was heißt, dass du beispielsweise das Stroh oder Heu gegen etwas, das du produzierst, eintauschen kannst. Dies liegt jedoch bei dir, denn genau genommen bedeutet dies wieder eine Form von „Abhängigkeit“.

Hierfür ist es wichtig, gute Beziehungen zu Tierhaltern in der Nähe aufzubauen, damit du mit Zuchttieren handeln und Inzucht vermeiden kannst. Jede Kreatur hat dem Land verschiedene Dinge zu bieten: Schädlingsbekämpfung, Fruchtbarkeit, unerwünschte Umwandlung von Buschwerk in Mist und so weiter.

2. Füttere deine Tiere vollständig von deinem Land

Willst du also absolut unabhängig sein, bedeutet das die Produktion des gesamten Tierfutters, das du benötigen wirst – vor allem auch im Winter! Du wirst sicherlich keine großen Herden haben, aber du wirst dich wundern, wie viel du teilweise brauchen wirst. Dies bedeutet also doppelt so viel Arbeit: nicht nur das Füttern und die Aufbewahrung für den Winter, sondern auch der Anbau des eigenen Futters.

Ein guter Anfang ist es, die alte Kunst der Heuverarbeitung auf deinem eigenen Land zu lernen. Genaugenommen hast du bei einem absolut autarken Leben auch keinen Traktor, was bedeutet, dass du Sense und Rechen zur Hand nehmen musst und lernst, wie man das Heu trocknet und lagert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den du bei der Fütterung deiner Tiere berücksichtigen solltest, ist, ob es Haustiere gibt, die in deinem Haus leben. Kannst du einen Weg finden, deine Vögel, Katzen und Hunde mit Ressourcen zu füttern, die du auf deinem Land anbaust?

Während das Füttern von den meisten Tieren in den wärmeren und damit fruchtbaren Jahreszeiten üblicherweise kein Problem darstellt, musst du dir vor allem Gedanken über den Winter machen. Die Hühner werden nicht so viele Eier legen, Schafe, Ziegen, Kühe usw. haben kein frisches Gras zu fressen und die Schweine werden womöglich nicht durch die Küchenabfälle alleine satt. Dies bedarf einiges an Planung, wie viel Futter du für den Winter brauchst und wie du es über Monate haltbar machst.


3. Bewahre genügend Lebensmittel auf, um durch den Winter zu kommen

Und nicht nur die Tiere, sondern natürlich auch du und deine Familie müssen in den mageren Zeiten des Winters essen. Dies bedeutet mehr oder weniger, dass du dich in den wärmeren Jahreszeiten stets auf den Winter vorbereiten wirst. Wichtig ist vor allem auch eine gute Planung deiner Gartenfläche. Was kannst du noch spät anbauen? Du wirst nicht darum herumkommen, ein Gewächshaus zu unterhalten, um die Ernteperiode zu verlängern.

Dazu musst du wissen, wie du dein Obst und Gemüse am besten haltbar machst und wie viel du benötigen wirst, damit es den gesamten Winter ausreicht. Du wirst aufhören, im Winter Bananen (bzw. vollkommen damit aufhören) oder Erdbeeren zu essen, außer du machst sie selbst ein. Lerne, wie man Lebensmittel fermentiert, einlegt, konserviert, trocknet und lagert. Dies ist ein Punkt, der anfangs einen Großteil deiner finanziellen Ressourcen benötigen wird, denn du wirst nicht darum herumkommen, Einmachgläser usw. anzuschaffen.

Am besten informierst du dich auch darüber, welche Speisen zu im Winter womit kochen kannst. Dies wird dir eine Übersicht darüber geben, was du brauchst und wie viel davon. Schließlich willst du nicht über Monate hinweg ausschließlich von Kartoffeln leben müssen, was abgesehen von Langeweile auch ungesund ist.

4. Sorge für eine unabhängige Wasserversorgung

Du, deine Pflanzen und Tiere werden nur gedeihen, wenn es Wasser gibt. Am besten sorgst du dafür, dass du deine eigene Wasserquelle hast. Bist du von der allgemeinen Wasserversorgung abhängig, kann dies deine Existenz bzw. die deiner Tiere und Pflanzen bedrohen. Sorge also dafür, dass du so viel wie möglich das Regenwasser für den Garten und die Tiere verwendest. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du auch Wasser aus einem nahe gelegenen Fluss oder See erhalten.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man natürlich Wasser reinigen kann, sogar das Abwasser, sodass es trinkbar ist. Dies wäre jedoch ein Thema für sich, weshalb wir hier diesen Punkt nur anschneiden. Ebenso wie das Thema Stromversorgung, um das wir uns in einem weiteren Beitrag kümmern werden.

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