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Schritte zu einem autark(er)en Leben – Teil 1
10. Jun. 2022
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Visionen von üppigen, produktiven Gärten, gemütlichen Holzöfen, die mit handgespaltenem Hartholz knistern, Vorräten in den Vorratsregalen und gesunden Tieren, die sich durch die Felder bewegen; alle tanzen in unseren Köpfen, unterstützt von den schallenden Fragen: Geht das überhaupt? Was muss ich tun, um dorthin zu gelangen? Wie haben es die Menschen vor hundert Jahren gemacht?

Viele sind der Meinung, dass es heute nicht mehr erdenklich ist, sich selbst zu versorgen. Wenn man dieses Thema anspricht, wird man meist belächelt und abgewunken. Autark zu sein, sei heute nicht mehr möglich. Es ist möglich, doch Selbstversorger zu sein, muss nicht unbedingt bedeuten, dass man tatsächlich alles, von Strom über Wasser bis hin zu seinen Lebensmitteln selbst herstellt. Es muss kein entweder oder sein, es kann auch teilweise geschehen. 

Was ist Selbstversorgung?

Der Begriff Selbstversorgung ist äußerst dehnbar. Für viele bedeutet er etwas anderes. Für die einen, dass man absolut unabhängig von anderen ist und für andere, dass man sich teilweise selbst versorgt. Egal, was die Meinung ist, auch wenn man sich nur ein kleinwenig mit der Eigenproduktion beschäftigt und diese umsetzt, ist dies bereits ein wunderbarer Beginn. 


Eine wahre Selbstversorgung bedeutet:


  • Produzent sein.
  • Versorgung des täglichen Bedarfs mit Dingen und Lebensmitteln, die vom eigenen Land und eigenen Tieren geschaffen wurden.
  • Schuldenfrei zu sein, wodurch jede bisschen Energie und Ressourcen für das Land und die Familie verwendet werden kann.
  • Genügend Land zu haben, um die Bedürfnisse von Mensch und Tier zu erfüllen.
  • Off-Grid leben und wissen, wie man seine eigenen Systeme wartet.
  • Angesichts von Herausforderungen mental stabil sein und bereit sein, herauszufinden, wie man sie löst.


Echte Selbstversorgung bedeutet nicht:


  • Konsument sein.
  • Anbau, Tierfutter oder Grundnahrungsmitteln aus externen Quellen.
  • Abhängig vom Stromnetz, um die täglichen Aufgaben zu erledigen
  • In einem Vakuum leben und so tun, als ob die Gemeinschaft nicht existiert.
  • Sich auf gekaufte Trockennahrung oder Konserven zu verlassen, ohne die Möglichkeit, diese selbst aufzufüllen.
  • Zu glauben, dass die Probleme nur von Profis gelöst werden können.


Selbstversorgung ist die Entwicklung der geistigen und körperlichen Stärke und Praktiken, die die persönlichen Bedürfnisse mit dem eigenen Land decken und die Identität vom Verbraucher zum Produzenten verändern. Dies ist eine lebenslange Reise.


Erste Schritte zu einem autarke(ren) Leben

Wer autarker leben möchte, hat viele gute Gründe dafür. Egal, ob du durch deinen Lebensstil motiviert bist, die Umwelt weniger zu belasten, ob du die Abhängigkeit satthast, die dir die moderne Gesellschaft als Lebensweise zugeteilt hat, oder ob du sichere, saubere Bio-Lebensmittel essen möchtest.


Mach deine Reise zu einem Abenteuer und genieße sie. Beginne klein und steigere dich nach und nach. Wie gesagt, es gibt kein ganz oder gar nicht. Ein bisschen Selbstversorger zu sein in einem Bereich ist bereits mehr, als es die meisten tun. Und du wirst sehen, wie schön es ist, sodass du immer mehr davon umsetzen möchtest. 


Der naheliegendste und am einfachsten umzusetzende Ausgangspunkt ist das Essen. Selbstversorgung kann viele Bereiche jenseits der Ernährung abdecken und tut dies auch, aber sie ist die Grundlage des gesamten Unterfangens. Während der Prozess, deine Ernährungs- und Lebensbedürfnisse selbst in die Hand zu nehmen, fortschreitet, wirst du damit beginnen, deiner wachsenden Liste von Fähigkeiten weitere Möglichkeiten hinzuzufügen, wie du für dich selbst und deine Familie sorgen kannst.


1. Beginne mit einem Bio-Garten und erweitere ihn jedes Jahr

Die Anpflanzung von eigenem Obst und Gemüse ist entscheidend, um die Vitamine, Mineralien und köstliche Aromen bereitzustellen, die die Mahlzeiten zu etwas Besonderem machen. Der Anbau von Obst und Gemüse ist der beste Weg, um mit der Selbstversorgung zu beginnen. Selbst wenn du Anfänger bist, wirst du kontinuierlich lernen, wie du deine Pflanzen verwaltest, die Ernten wechselst und die Schädlinge bekämpfst. Es gibt unzählige Ressourcen und riesige Communitys um dich herum, die bereit sind, dir beim Lernen zu helfen.

Sobald du deine Finger schmutzig gemacht hast, ist es an der Zeit, deine Gartenpraktiken zu verfeinern. Zu lernen, wie du das Pflanzenmaterial kompostierst, Nährstoffe aus dem Dung deiner Tiere recycelst und Schädlinge mit dem bekämpfst, was dein Land produziert, ist von entscheidender Bedeutung.


Um wirklich autark essen zu können, stellt sich die bedeutsame Frage: Wie groß muss der Garten sein? Die Wahrheit ist, dass es auf diese Frage keine brauchbare Antwort gibt. Die Gartenstile variieren in der Ernte pro Quadratfuß, jede Pflanze bietet verschiedene Nährstoffe, und die Pflanzen, die du anpflanzen kannst, sind so unterschiedlich wie die Gärtner, die sie anbauen.


Es ist wichtiger, sich auf die Fähigkeiten als Gärtner zu konzentrieren. Ein Garten ist nur ein Schritt zur Selbstversorgung, sofern man ihn pflegt und im nächsten Jahr wieder anbauen und die Ernte in ausreichender Menge erhalten können, um bis zur nächsten Saison durchzukommen.


Finde daher mit der Zeit heraus, was du am meisten für dich und deine Familie benötigst.  Konzentriere dich dann auf ein paar spezifische, bedeutende Feldfrüchte: Tomaten, Blattgemüse, Kürbis, Zwiebeln und Bohnen oder was auch immer für dich wichtig ist. Das, was ihr am meisten esst.


Finde dann heraus, wie viel ihr davon benötigt und wie ihr es haltbar machen könnt, sodass ihr das ganze Jahr davon leben könnt. Dies wird ein bis zwei Jahre brauchen, bis du die Menge raushast. Demnach kannst du dann auch den Platz kalkulieren. Am besten ist es also eher kleiner zu beginnen und sich dann zu steigern.


Um das Gartenpotenzial zu erweitern, solltest du zudem aufeinanderfolgende Kulturen pflanzen, um das Beste aus der Ernte herauszuholen. Beginnen damit so früh wie möglich mit kältetoleranten Pflanzen wie Grünkohl, Spinat und Erbsen. Wenn sich der Boden erwärmt, pflanze Tomaten, Paprika und andere wärmeliebende Pflanzen ein, die du dann ersetzt, wenn sie verwelken. Ein Gewächshaus ist von einem enormen Vorteil, da du damit die Saison sehr erweiterst.

2. Lerne, wie man Samen konserviert

Sobald dein Garten in Schwung ist und es läuft, solltest du dich darauf konzentrieren, wie du Samen für das nächste Jahr konservierst. Dies solltest du von den besten und stärksten Pflanzen tun, die du in diesem Jahr hast. Der Vorteil ist nicht nur, dass dich dies unabhängiger macht, sondern du erhältst automatisch Pflanzen, die sich an dein Klima und deinen Boden bereits gewöhnt haben. Der Erfolg und Ertrag werden somit sehr viel höher sein als mit gekauften Samen. 

3. Finde deine Grundnahrungsmittel und wie zu jährlich davon brauchst

Das frische Gemüse aus dem Garten und die Früchte aus dem Obstgarten sind der Geschmack und die Farben einer Mahlzeit, aber du wirst nicht alles haben, was du brauchst, wenn du dir nicht deine Grundnahrungsmittel sicherst. Dies ist die Nahrung, die das Rückgrat deiner Ernährung bildet. Grundnahrungsmittel haben auf der ganzen Welt unzählige verschiedene Formen angenommen: Mais, Maniok, Reis, Weizen, Hirse, Kartoffeln und so weiter.


Das Hauptmerkmal eines Grundnahrungsmittels ist, dass es Kohlenhydrate, Proteine und Fette liefert und über lange Zeiträume gut gelagert werden kann. Wie sieht das auf deinem Grundstück aus? Wie verarbeitest und lagerst du es? Wie viel brauchst du für das gesamte Jahr? Wie viel, um die Samen zu sichern?


Hier ist anfangs ein wenig Umdenken angesagt. Da wir beispielsweise keinen Reis anbauen können, musst du Alternativen dafür finden. Setz dich hin und finde heraus, was du brauchst und womit du manches am besten ersetzen kannst. Wie kannst du das zubereiten, sodass du nichts vermisst?


Wie du noch mehr zum Selbstversorger werden kann, verraten wir dir in unserem 2. Teil.

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