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Geld kann Motivation zerstören!
03. Nov. 2021
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Vielleicht denken Sie jetzt, „ach, was für ein Quatsch!“, oder aber Sie verstehen warum Sie oder Ihre Mitarbeiter nicht wirklich motivierter sind, nur wegen ein paar Euros mehr auf dem Konto. Vielleicht hat Ihre Leistung oder die Ihrer Mitarbeiter in letzter Zeit etwas nachgelassen und Sie wundern sich, ob nicht ein paar Euronen extra das Problem lösen könnten. Ob das nun durch Anreize, besseres Gehalt oder Benefits funktioniert ist auch egal, Hauptsache mehr Kohle.

 

Auch, wenn auch heute noch viele Manager genau so denken, ist die Gleichung leider nicht ganz so einfach. Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen:

 

Es war einmal ein älterer Mann, der ganz eindeutig dem jüdischen Glauben anhing. Jeden Tag ging er auf demselben Weg von der Arbeit nach Hause. Eines Tages lauerten ihm einige Kinder aus der Nachbarschaft auf und ärgerten ihn. Der Mann blieb freundlich, lächelte breit und drückte – als die Kinder fertig waren ihn zu ärgern – einem jeden einen Euro in die Hand. Zum Abschied sagte er: „Wenn ihr mich morgen wieder so schön ärgert, gibt es 50 Cents für jeden von euch!“

 

Am nächsten Tag warteten die Kinder wieder auf ihn und ärgerten ihn. Heute jedoch waren sie nicht mehr ganz so enthusiastisch wie am Vortag. Heute würde die Belohnung ja nur noch halb so groß ausfallen. Als sie fertig waren ihn zu ärgern, hielt er sein Wort und gab jedem 50 Cent. Dann versprach er, morgen bekämen Sie je 10 Cent, wenn sie ihn ärgern würden.

 

Der nächste Tag kam und die Kinder warteten. Nicht mehr alle, aber doch ein paar. Sie ärgerten den Mann, aber die Luft war draußen. Sie erhielten dennoch die 10 Cent. Morgen, so versprach der Mann, würden sie nichts mehr bekommen um ihn zu ärgern.

 

Am nächsten Tag kam nicht ein einziges Kind mehr und der Mann konnte in aller Ruhe seinen Weg nach Hause gehen.

 

Was ist hier passiert? Der Mann kannte die Bedeutung von intrinsischer und extrinsischer Motivation. Zuerst haben ihn die Kinder geärgert, weil sie ihn ärgern wollten und Spaß dabei hatten. Mit der Belohnung hat er aber die Grundmotivation geändert von einem Ärgern um des Ärgerns willen, hinzum Ärgern um der Belohnung willen.

 

In die Geschäftswelt übersetzt heißen Boni, Beförderungen und ähnliches unter Umständen ähnliches. Sie werden Ihre Arbeit nicht mehr um Ihrer Tätigkeit willen machen, sondern um die Beförderung oder den Bonus zu erhalten. Vielleicht werden Sie auch davon absehen anderes zu tun, das Ihrem Bonus nicht unmittelbar zugutekommt (oder ihm vielleicht schadet, obwohl Sie wissen, dass es die richtige Entscheidung wäre).

 

Intrinsische Motivation

Wissenschaftlich formuliert stammt die intrinsische – „von innen kommende“ – Motivation aus dem Erleben des Verhaltens. Das bedeutet anders ausgedrückt, der Weg ist das Ziel. Die Kinder haben den Mann geärgert um ihn zu ärgern, weil sie schlicht Spaß daran hatten. In der Geschäftswelt können das beispielsweise Unternehmer oder Angestellte sein, die schlicht Spaß und Freude an ihren Aufgaben oder dem Verfolgen einer Vision haben. Gehalt ist vielleicht ein nettes oder notwendiges Beiprodukt, aber nicht die Hauptmotivation.

 

Diese Art von innerer Motivation, die sich aus der Tätigkeit selbst speist ist so gut wie unerschöpflich. Was kann Intrinsische Motivation steigern oder positiv beeinflussen? Das kommt natürlich auf den jeweiligen Mitarbeiter selbst an: Fragen Sie also gerne beim nächsten Kaffee einfach mal nach.

 

Ganz allgemein gesprochen jedoch konnte die Wissenschaft einige Ideen und mögliche Stellschrauben identifizieren: Ganz vorne sind ein nettes Arbeitsumfeld und tolle Kollegen. Kein Geld der Welt kann in einem schrecklichen Arbeitsumfeld für Motivation sorgen.

 

Nach dem Arbeitsumfeld wurden tolle Aufgaben genannt, das Erreichen von (selbst) gesetzten Zielen, Wachstumsmöglichkeiten und dem Lernen von Neuem. Mitarbeitern ist es wichtig, dass sie einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, dass sie verantwortlich für ihren Aufgabenbereich sind, Abwechslung haben und vor allem auch selbst entscheiden dürfen. Zu guter Letzt sollte auch auf die Anerkennung guter Leistungen geachtet werden!

 

Extrinsische Motivation

Wenn Sie sich das durchlesen, fällt Ihnen sicher eines sofort auf: Keiner der Motivatoren für intrinsische Motivation heißt Geld, Firmenwagen oder das schönste Büro im Gebäude. Warum das so ist, ist ganz einfach erklärt: Sie alle gehören zur Kategorie der extrinsischen Motivatoren.

 

Extrinsische Motivation stammt nicht von innen, sondern aus der Wirkung von Ergebnissen eines Verhaltens, außerhalb des Verhaltens selbst. Das bedeutet, Sie tun etwas nicht länger um der Tätigkeit willen, sondern weil Sie sich irgendetwas davon versprechen. Die Kinder beispielsweise hatten den Mann am Ende nur noch wegen einiger, weniger Cent geärgert und das auch nur sehr halbherzig. Ihnen war der Spaß an der Sache selbst (die intrinsische Motivation ihn zu ärgern) verloren gegangen.

 

Das passiert auch in der Arbeitswelt. Wenn Manager nur auf extrinsische Anreize setzen durch Gehaltserhöhungen oder Boni, werden sich Mitarbeiter vermehrt darauf fokussieren, was ihnen diese Belohnungen verschaffen kann. Dann fragen sie sich nicht länger, was ist das klügste oder beste, sondern was bringt mich meiner Beförderung näher.

 

Allerdings geht es auch nicht ganz ohne extrinsische Anreize, denn wenn es diese gar nicht gibt, ist es möglich, dass das auch demotiviert. Das kann dann zu Gedankengängen führen wie „Ich krieg eh mein Gehalt, egal ob ich 110 oder nur 90 Prozent gebe“ solange die Ergebnisse passen.

 

Geld kann kurzfristig sehr motivierend wirken, insbesondere wenn es an einen speziellen Task gebunden ist und nur, wenn die Versprechen auch eingehalten werden! Nichts ist demotivierende, als Belohnungen versprochen zu bekommen und nichts zu erhalten.

 

Extrinsische zerstört intrinsische Motivation

Daher ist es wichtig auf eine gute Balance zu achten. Fördern Sie die intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeiter, geizen Sie aber auch nicht mit extrinsischen Motivatoren.

 

Mitarbeiter wollen heute mehr als nur „Kohle machen“. Sie bleiben in Unternehmen, wenn es gute und kostenlose Getränke, ein tolles Arbeitsumfeld und flexible Arbeitszeiten gibt. Geben sie ihnen interessante Aufgaben, beteiligen Sie die Mitarbeiter nach Möglichkeit und geizen Sie nicht mit freien Tagen wenn diese gerade vom Mitarbeiter gebraucht werden. Vielleicht ist das in kleineren Firmen leichter als in großen, aber seien Sie sich bewusst, dass wenn Sie die intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeiter zerstören diese nie wieder herstellen können!

 

Am besten suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter! Die meisten wissen, was sie wollen und brauchen um optimal zu arbeiten (und auch um optimal motiviert zu sein!).

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