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Gehälter steuerfrei aufstocken - so bekommst du mehr Geld
02. Jun. 2022
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Aufstockungen des Netto-Gehalts, die steuer- und sozialversicherungsfrei sind, haben sowohl für den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer Vorteile, denn nicht nur der Arbeitnehmer ist befreit von den Steuern, sondern auch der Arbeitgeber muss seinen Sozialversicherungsbeitrag nicht mehr zahlen.

Die Zuwendungen, um die es heute gehen soll, sind Aufmerksamkeiten und Sachbezüge. Wir gehen die festen gesetzlichen Limits und Regeln durch, damit du nicht mehr so viel suchen musst.

Steuerfreie Aufmerksamkeiten 

Die sogenannten Aufmerksamkeiten funktionieren nur zu bestimmten Anlässen, ansonsten sind sie nicht steuerfrei. Zu diesen Anlässen zählen zum Beispiel der Geburtstag, eine Hochzeit oder eine Geburt eines Kindes. Auch wenn Weihnachten gewissermaßen auch ein besonderer Anlass ist, zählen Weihnachtsgeschenke nicht in diese Kategorie. Die Aufmerksamkeiten dürfen dabei nicht höher als 60 Euro sein. Wichtig ist außerdem, dass es sich um Sachgeschenke handeln muss, man kann dem Arbeitnehmer also nicht einfach so das Geld in die Hand drücken. Wenn man allerdings diese Person nach Sachen fragt, die sie braucht, kann man ihr diese als Sachgeschenk kaufen, sodass sie die Dinge nicht mehr von ihrem Gehalt kaufen muss.

Monatliche Sachbezüge 

Hier liegt das Limit bei monatlich 44 Euro. Sachbezüge können ebenfalls Gegenstände sein, aber auch Dienstleistungen. Wenn man seinen Mitarbeitern als einen Fitnessstudiovertrag anbieten, der von der Firma übernommen wird, oder auch eine finanzielle Beteiligung an den Fahrtkosten, dann kann man hier als Arbeitnehmer und Arbeitgeber Steuern sparen. Ein Vorteil ist ebenfalls, dass man die Arbeitnehmer durch diese Prämien stärker an das Unternehmen binden kann und man die Person gesundheitlich und finanziell unterstützen kann, ohne extra Steuern zahlen zu müssen.

In einigen Fällen dürfen die Sachbezüge sogar die Grenze von 44 Euro überschreiten. Beispiele hierfür sind zum Beispiel ein Dienstwagen oder ein Notebook, das je nach Firma nur für das Unternehmen genutzt werden darf oder auch privat zur Verfügung stehen kann. Sogar die Unterbringung von Kindern der Beschäftigten in Kitas oder im Kindergarten sind Optionen, die unter diese Ausnahmen fallen. 

Diese Ausnahmen lassen sich zum Beispiel auch dann erwägen, wenn man eine Lohnerhöhung aus steuerlichen Gründen nicht möchte. Vor allem, wenn die Kosten so oder so anfallen würden, zum Beispiel bezüglich des Wagens oder der Kinderbetreuung, stellen die Sachbezüge eine schlaue, steuerfreie Alternative dar.

Home Office von den Steuern absetzen

Auch wenn dein Home Office bestimmte Bedingungen erfüllt, kannst du dieses als Arbeitnehmer steurlich absetzen. Das ist zu einem, dass du keinen eigenen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber hast. Darunter zählen zum Beispiel Mitarbeiter im Außendienst oder Lehrer. Allerdings lassen sich immer nur 1.250 Euro pro Jahr absetzen und das auch nur, wenn der Raum wie ein Büro eingerichtet ist, denn er darf fast nur für berufliche Zwecke genutzt werden. Wer zum Beispiel nur eine Arbeitsecke im Schlafzimmer hat, hat diese Vorteile nicht. Während man für mehrere Zimmer nur einmal diesen Höchstbetrag geltend machen kann, können mehrere Personen, die dasselbe Arbeitszimmer nutzen, jeweils 1.250 Euro absetzen. Personen, die zum Beispiel selbstständig sind und nur von zuhause arbeiten, können ihr Arbeitszimmer komplett von den Steuern absetzen.

Das gilz für alles was im Büro so anfällt: Möbelkosten, zum Beispiel für höhenverstellbare Tische, ergonomische Stühle und einfache Lampen, aber auch anteilige Kosten von Miete und Nebenkosten.

Übrigens können sogar Studierende und Auszubildende ihr Arbeitszimmer von den Steuern absetzen, entweder als Werbungskosten oder als Sonderausgaben, je nachdem ob man in der Erstausbildung oder der Zweitausbildung ist. Auch hier darf der Arbeitsbereich allerdings nicht nur eine kleine Ecke im WG-Wohnzimmer darstellen oder ein Schreibtisch im privaten Zimmer sein, sondern muss extra abgegrenzt sein.

Eine eher unkonventionelle Art, die Kosten des Arbeitszimmers weiterzugebem, ist das Arbeitszimmer an den Chef zu vermieten. Wer dabei die Steuern zahlen muss, hängt davon ab, in wessen Interesse die Nutzung erfolgt. Wenn zum Beispiel der Arbeitnehmer freiwillig im Home Office arbeitet, obwohl er oder sie auch einen betrieblichen Arbeitsplatz hat,dann gelten die Einnahmen durch die Miete als Arbeitslohn. Wenn die Vorteile höher für den Arbeitgeber sind, weil er oder sie zum Beispiel keinen Arbeitsplatz im Unternehmen für die Person hat, dann gelten die Einnahmen als Vermietung und in der Regel gibt es dann auch einen Mietvertrag. Wenn man im betrieblich im Home Office arbeitet, ist man übrigens genauso von der Unfallversicherung abgedeckt, wie wenn man im Büro arbeitet. Das streckt sich auch hier sogar auf Toiletten- und Küchengänge aus.

Während der Coronapandemie konntest du auch von der Homeoffice-Pauschale Gebrauch machen. Diese galt nicht nur für eigene Arbeitszimmer, sondern auch für Bereiche in denen gearbeitet wurde. Die Pauschale wurde zunächst begrenzt für die Jahre 2020 und 2021 eingeführt, allerdings ist auch in Planung, die Pauschale bis Ende 2022 weiterlaufen zu lassen. Die Pauschale ist auf 600 Euro pro Jahr begrenzt, bringt allerdings pro Arbeitstag 5 Euro. Die maximale Pauschale ist also nach 120 Arbeitstagen im Home Office erreicht. Die Pauschale wird allerdings mit der Werbekostenpauschale verrechnet, die bei 1000 Euro liegt. Dadurch, dass viele Personen die Pendlerpauschale durch das Home Office nicht wirklich nutzen, wird wohl kaum ein durchschnittlicher Arbeitnehmer über die 1000 Euro kommen. So merken wahrscheinlich nur wenig Personen die tatsächlichen Vorteile der Home Office Pauschale.

Viel Bürokratie - aber auch viele Vorteile

Viele werden nach dem Lesen dieses Artikels ein bisschen mehr wissen, aber bei ebenso vielen scheitert es wahrscheinlich an der Umsetzung. Durch den hohen bürokratischen Aufwand weiß man gar nicht so richtig, was zu welcher Pauschale gehört und wo man diese einbringen kann oder auch nicht. Unter Umständen macht es hier Sinn, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Besonders, wenn man die Steuererklärung jedes Jahr unter ähnlichen Umständen macht, braucht man diese Hilfe nur einige Male, bis man sich selber zurecht finden kann.

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