Effektivere Mitarbeiterschulungen durch Lerntypen

June 23, 2022

Mitarbeiterschulungen haben vielfältige Gründe wie zum Beispiel eine Weiterbildung oder auch die Einarbeitung von neuen Kollegen. Meistens handelt es sich bei den Schulungen um standartdiserte Verfahren, die so immer wieder genutzt werden, wenn Arbeitnehmer den Kurs besuchen. Kaum beachtet wird in diesem Zusammenhang, dass es unter den Arbeitnehmern Personen mit ganz verschiedenen Lerntypen geben kann, bei denen dieses Verfahren vielleicht gar nicht unbedingt funktioniert. Um auf diese Lerntypen besser eingehen zu können und vielleicht auch das Design der Schulung zu verändern, haben wir die bekanntesten Lerntypen in diesem Artikel zusammengefasst.

 

Die vier grundsätzlichen Lerntypen

 

Zusammengefasst gibt es vier unterschiedliche Lerntypen. Der erste, den wir vorstellen wollen, ist der visuelle Lerntyp. Dieser kann dann am besten lernen, wenn er zuschaut. Das kann dadurch sein, dass man einer Person bei einer bestimmten Aktivität folgt oder sie durch eine Person demonstrieren lässt, aber auch eine frontale Schulung kann bei diesem Lerntyp funktionieren. Der typische Satz des Lerntypens ist “Können Sie mir zeigen, wie das geht?”. Um den Lerntyp besser miteinzukooperieren sind zum Beispiel Schaubilder oder auch Demonstrationen mit anderen Personen sinnvoll, sodass das Gelernte längerfristig besser im Kopf bleibt. Wenn man aus dem Standardverfahren einer frontalen Schulung ausbricht, kann in diesem Zusammenhang auch sinnvoll sein, die Person in den Arbeitsalltag mitzunehmen und hier in Action zu zeigen, wie bestimme Verfahren in den Arbeitsalltag einkooperiert werden.


Zusätzlich gibt es einen auditiven Lerntyp, der neu Gelerntes vor allem durch das Zuhören versteht. Die häufigste Frage ist bei diesem Typ “Können Sie mir das erklären?”. Auch hier können Schulungen, wie man sie eigentlich kennt, hilfreich sein. Die Person kann nämlich, auch wenn jemand mit seiner PowerPoint vorne erzählt, wie man etwas bei der Arbeit macht, dieses relativ gut verinnerlichen und es auch bei der Arbeit anwenden. Allerdings kann man natürlich auch im normalen Arbeitsalltag einfach mehr kommunizieren, um diesen Lerntyp besser zu beachten.


Dem kommunikativen Typ hingegen hilft es besonders gut, Dinge besprechen zu können. Merkmale können sein, dass sie das Gesagt zum Lernen gerne wiederholen oder des Öfteren nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Um die Lernbedürfnisse dieses Typs zu befriedigen, können Gruppenarbeiten oder Diskussionsrunden Wunder bewirken, denn hier kann er mit anderen Personen in den Austausch gehen.


Zuletzt gibt es den kinästhetischen oder auch den motorischen Lerntyp. Der Grundsatz heißt hier eher “Learning by doing”, denn die Personen, die zu diesem Lerntyp gehören, lernen vor allem, wenn sie Dinge ausprobieren können. Bei einer frontalen Schulung heißt das, auch mal praktische Phasen einzubauen. Allerdings kann man diesen Lerntyp auch gut direkt mit in das Geschehen nehmen und die Person direkt in dem Beruf aktiv werden lassen, während man nebenbei die wichtigen Informationen weitergibt.


Während du die verschiedenen Lerntypen durchgelesen hast, mag dir vielleicht aufgefallen sein, dass du dich nicht nur bei einem Lerntyp, sondern gleich bei mehreren siehst. Das ist völlig normal, denn die Lerntypen treten so gut wie nie in Reinform auf. Stattdessen haben die meisten Menschen mehrere Lerntypen, die alle für sie funktionieren, allerdings in unterschiedlicher Stärke. Zum Beispiel kann eine Person besonders gut lernen, indem sie etwas macht, aber bei theoretischen Gebieten kann sie auch gut das visuelle oder das kommunikative Lernen nutzen, da hier das motorische Lernen nicht immer möglich ist. Gleichzeitig muss man sich bei einer Schulung nicht nur für einen Lerntyp entscheiden, den man hauptsächlich anspricht, sondern eine Vielzahl dieser nutzen. Wenn man beispielsweise seinen Vortrag durch eine PowerPoint mit Schaubildern unterstützt, kann man gleichzeitig den visuellen und den auditiven Typ ansprechen. Dann noch eine Gruppenarbeit, in der man sich entscheiden kann, ob man das Gelernte durchspielt oder ob man das Gelernte diskutiert, und schon hat man alle Lerntypen einigermaßen abgedeckt.


Wer sich ganz sicher sein möchte, dass man den Kollegen oder den Arbeitnehmern das Lernen so einfach wie möglich macht, kann auch vor der Schulung oder bei Beginn des Arbeitsverhältnisses einen Test zu den Lerntypen machen und dann die Schulung dementsprechend vorbereiten. Auch bei Personen, die ihren größten Lerntyp kennen, ergibt es allerdings Sinn, auch die anderen Lerntypen anzusprechen. So bekommt diese Person zu der einen Information nicht nur einen Impuls, der zum Beispiel durch das Gesagte kommt, sondern mehrere Impulse, die zum Beispiel auch aus dem Schaubild oder den Ergebnissen einer Diskussion entstehen.


Lerntypen sind nicht die einzigen Faktoren

 

Eine Vielzahl von Faktoren spielen in die Lernfähigkeit der Teilnehmer ein. So ist zum Beispiel auch das Umfeld von höchster Wichtigkeit. Wer viele Ablenkungen im Umfeld hat oder wenn es an so einfachen Sachen wie ergonomischen Stühlen scheitert, sodass die Schulungsteilnehmer nach der Hälfte der Schulung von ihren Rückenschmerzen abgelenkt sind, dann vermindert das auch die Lernfähigkeit der Teilnehmer. Ein weiterer wichtiger Faktor, besonders bei mehrtägigen Schulungen ist die Verpflegung, denn Lernen kostet mehr Energie, als man erstmal denken würde. Einige Personen können sich vielleicht noch grob an die Schulzeit erinnern, bei der einen das Pausenbrot oft durch die letzten Stunden gebracht hat und bei der man ohne Verpflegung nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr richtig zuhören kann. Nichts anderes ist dies auch bei Schulungen, wo innerhalb von kürzester Zeit möglichst viele Informationen beigebracht werden. Zuletzt ist auch das “Drumherum” nicht ohne Bedeutung, wenn man die Motivation der Teilnehmer steigern will. Bei mehrtägigen Schulungen kann das die Ausrüstung des Hotels oder die Ausflugsmöglichkeiten sein, die den Teilnehmern eine Art Ausgleich bieten können. Bei eintägigen Schulungen kann man den Tag zum Beispiel ganz entspannt ausklingen lassen, indem man mit allen Teilnehmern noch ein Grillen veranstaltet.