Einsteigerleitfaden: Gemüsegarten für Zuhause 3

Mai 10, 2022

Wenn man im eigenen Garten Gemüse anbaut, dann kann man dadurch nicht nur mehr Kosten durch die immer weiter ansteigenden Lebensmittelpreise vermeiden. Nein, ein eigener Gemüsegarten macht einen auch unabhängiger in Krisenzeiten und garantiert darüber hinaus auch die Qualität und Nachhaltigkeit des eigenen Gemüses. 

 

Genau deshalb haben unsere Gesundheitsexperten für dich den Einsteigerleitfaden für deinen eigenen Gemüsegarten zusammengestellt. Dabei führen wir dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.  In Teil 1 unserer Reihe haben wir uns vor allem mit der Planung deines Gartens beschäftigt, während wir uns in Teil 2 daran gemacht haben, den richtigen Standort für dein Gemüse zu finden und den Boden für eine erfolgreiche Ernte vorzubereiten. 

 

Jetzt, da du weißt, wie du deinen Boden richtig vorbereitest, um eine möglichst ertragsreiche und gesunde Ernte zu erhalten, wird es Zeit für das Anlegen der Beete. Was du dabei unbedingt beachten solltest und wie du mit dem eigentlichen Pflanzen deines Gemüses beginnst, verraten wir in diesem Teil unseres Einsteigerleitfadens. 

 

Beete anlegen 

 

Wie bei allen anderen Schritten auf dem Weg hin zu deinem eigenen Garten ist es auch beim Anlegen der Beete wichtig, dass du auch dabei mit einem Plan arbeitest. Das wird dir später nicht nur deutlich die Gartenarbeit erleichtern, sondern darüber hinaus auch dafür sorgen, dass deine Pflanzen deutlich besser wachsen können. 

 

Denn sobald deine Beete erst einmal angelegt sind, solltest du das Wachstum der Pflanzen so wenig wie irgendwie möglich stören, damit du später eine ertragreiche Ernte erhältst. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du es also vermeiden solltest, in deinen Beeten herumzulaufen. Genau deshalb wird der Gemüsegarten in einem ersten Schritt in Beete, Nebenwege und Hauptwege eingeteilt. 

 

Die Nebenwege verlaufen, wie der Name bereits verrät, neben jedem Beet und ermöglichen es dir, an all deine Pflanzen heranzukommen und diese pflegen zu können, ohne dass du dafür in das Beet steigen musst. Genau deshalb raten wir dir auch zu einer maximalen Breite für dein Beet von 1,20 Metern, bei kleineren Gärten möglicherweise noch kleiner. So kannst du von beiden Seiten jeden Punkt in deinem Bett bequem erreichen.

 

Damit die Nebenwege nicht zu viel Platz in deinem Garten einnehmen, solltest du diese nicht breiter als etwa 60 cm anlegen. Eben nur breit genug, damit du problemlos und bequem all deine Beete erreichen kannst. Zwischen mehreren Reihen von Beeten sollte immer ein breiterer Hauptweg verlaufen, der es dir ermöglicht, auch Gartengeräte wie deine Schubkarre relativ nah an deine Beete heranbringen zu können. 

 

Wie lang deine Beete sein sollten, hängt ganz von deinen persönlichen Ansprüchen, Anforderungen und Wünschen ab. Dennoch sollten alle deine Beete ungefähr gleich lang sein. Das sieht nicht nur optisch besser aus, sondern erleichtert dir auch die Pflanzplanung deutlich. Warum das so wichtig ist, verraten wir später in unserem Leitfaden. 

 

Wenn du nach einem Anhaltspunkt für die Größe deines Beetes suchst, dann hat sich eine Länge von 5 Metern als ideal für Gemüsegärten erwiesen. Das entspricht einer Fläche von sechs Quadratmetern  (1,20 Meter breit x 5 Meter lang). Das gibt dir einerseits genügend Fläche für den Anbau deiner Pflanzen und ermöglicht es dir darüber hinaus aber trotzdem, in deinem Garten viele verschiedene Beete anzulegen. Wenn dein Gemüsegarten zum Beispiel über eine Fläche von 150 Quadratmetern verfügt, dann hättest du dort genügend Platz für 25 der zuvor angesprochenen Beete plus Wege. 

 

Sollte dir allerdings weniger Platz oder nur ein kleiner Garten zur Verfügung stehen, dann haben wir einen weiteren Geheimtipp für dich: Mit Hoch- und Kistenbeeten kannst du dieselbe Fläche doppelt oder sogar dreifach nutzen. Dabei ist es jedoch wieder wichtig darauf zu achten, dass auch die Pflanzen in den unteren Beeten genug Sonnenlicht erhalten, um wirklich wachsen und reifen zu können. 

 

Bewässerung

 

Damit deine Pflanzen gedeihen können, werden zwei Dinge benötigt: Licht und Wasser. Das Thema Sonnenlicht haben wir jetzt bereits ausführlich behandelt. Allerdings ist es genauso wichtig, dass deine Pflanzen immer genug Wasser erhalten, da diese ansonsten entweder eingehen oder der Ertrag deiner Ernte stark geschmälert wird. 

 

Die richtige Bewässerung ist also ein entscheidender Teil deiner Gartenarbeit. Dabei hast du in erster Linie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Optionen: Du kannst entweder, ganz klassisch, mit deiner Gießkanne alle Beete individuell bewässern. Das ist allerdings zeitaufwändig und das Tragen der schweren Gießkanne kann auf Dauer ganz schön anstrengend werden. 

 

Als Alternative dazu kannst du ein Bewässerungssystem in deinem Garten verlegen. Dieses wird an die Hauptleitung angeschlossen und verläuft dann unterirdisch neben den Hauptwegen. Wenn du diese Option nutzen möchtest, ist es wichtig, das Bewässerungssystem zu installieren, sobald du deine Wege und Beete anlegst. Diese Methode ist zwar zunächst kostspieliger und aufwändiger als das manuelle Gießen. Auf lange Sicht sparst du dir damit jedoch viel Arbeit und erhöhst durch das effizientere System darüber hinaus den Ertrag deiner Ernte. 

 

Pflanzplan erstellen

 

Du hast deine Beete angelegt, den Boden vorbereitet und für eine effektive Bewässerung gesorgt. Bevor wir allerdings mit dem eigentlichen Pflanzen beginnen können, musst du dich ein weiteres Mal an die Planung deines Gartens setzen. Denn wie, wo, wie oft und in welcher Reihenfolge du dein Gemüse anpflanzt, hat einen großen Einfluss darauf, wie erfolgreich deine Ernte sein wird. 

 

So ist es zum Beispiel wichtig, dass du in deinem Garten keine Monokulturen betreibst, sondern stattdessen verschiedene Gemüsepflanzen in einem Beet ansiedelst. Denn die so entstehenden Mischkulturen sind Schädlingen und Krankheitserregern gegenüber deutlich resistenter als Monokulturen. Dabei solltest du jedoch beachten, dass sich nicht alle Pflanzenarten miteinander vertragen. Besonders praktisch sind deshalb Mischkulturtabellen, mit denen du auf einen Blick erkennst, welche Pflanzen du zusammenlegen kannst. 

 

In deinem privaten Garten lohnt sich nicht nur eine Misch- sondern auch eine Folgekultur. Denn schließlich wachsen die verschiedenen Gemüsearten unterschiedlich schnell, wodurch du zu unterschiedlichen Zeitpunkten freie Gartenflächen erhältst. Anstatt diese brach liegen zu lassen, kannst du hier nach der Ernte eines Gemüses ein anderes anpflanzen, und so das ganze Jahr über deinen Garten nutzen. 

 

Und da unterschiedliche Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe aus dem Boden ziehen, laugst du deinen Boden nicht übermäßig aus und kannst diesen daher durchgängig das ganze Jahr nutzen.

 

Ein weiterer Tipp, um das Auslaugen deines Bodens zu vermeiden: Pflanzen benötigen nicht nur unterschiedliche Nährstoffe, sondern auch unterschiedliche Mengen der Nährstoffe. Gemüse kann man daher in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer einteilen. Alle drei Typen sollten separat kultiviert werden. 

 

Anschließend wird nach jeder Anbausaison das Beet gewechselt: Hast du also zum Beispiel im vorherigen Jahr Starkzehrer in einem bestimmten Beet angebaut, dann solltest du dort im nächsten Jahr Schwachzehrer anbauen usw. So hat dein Boden immer genug Zeit, um sich zu erholen und kann daher langfristig erfolgreich genutzt werden. 

 

Damit du deinen Garten im Laufe eines Jahres wirklich optimal nutzen kannst, solltest du zunächst einen tatsächlichen Plan deiner Beete zeichnen. Anschließend solltest du dann anhand der zuvor genannten Ratschläge entscheiden, wo du wann welches Gemüse anpflanzt. Dadurch erhältst du nicht nur eine besser Ernte sondern stellst darüber hinaus auch sicher, dass du deinen Garten auch langfristig nutzen kannst und dieser nicht verendet.